Gedenken und Mahnen in Hürtgenwald

Robert Hellwig, Geschichtsverein

Jeder hier weiß wie gerade im Hürtgenwald und damit in der jetzigen Gemeinde Hürtgenwald im letzten Weltkrieg gewütet wurde. Jeder weiß wie verwüstet und zerstört die Dörfer mit ihren Feldern und Wäldern danach waren. Jeder weiß, dass viele Tausende von Soldaten beider Seiten hier gefallen sind, und dass die mehrfache Anzahl verwundet wurden. Auch weiß man, dass viele Bewohner unserer Dörfer während der Kampfhandlungen vor allem aber nach dem Krieg durch die gefährlichen Überreste dieses Tobens getötet und verletzt wurden. Es ist gar nicht möglich und ganz unnötig, korrekte Opferzahlen zu nennen.

Wichtig ist aber, dass man sich der Opfer und der Ursachen, die zu dem Unglück geführt haben, erinnert. Deshalb hat man in Hürtgenwald sichtbare Zeichen gesetzt, die mahnen und erinnern:  "Es darf nicht noch einmal geschehen!"

Es ist uns kaum bewusst wie viele dieser "Mahnungen" es sind und wo man sie überall finden kann.

Sicher, die beiden großen Soldatenfriedhöfe sind nicht zu übersehen und jedem eindringlich bekannt. Genauso braucht das Museum "Hürtgenwald 44 und im Frieden" hier nicht erwähnt zu werden. Es gibt aber über dreißig, Mahn- und Gedenkzeichen, die teils unauffällig und bescheiden als Tafel oder als Wegkreuz errichtet bzw. angebracht sind. Mancher kennt das eine oder andere, mancher kennt auch eine größere Anzahl davon, aber sie alle aufzuzählen wird kaum jemand können.

In fast allen Ortsteilen gibt es welche, die jeder kennt und vielleicht gerade deswegen mittlerweile häufig unbeachtet bleiben. Weniger im Bewusstsein aber sind diejenigen, die in den Wäldern um die umkämpften Dörfern stehen.

Die meisten von ihnen beziehen sich auf ein ganz bestimmtes Ereignis. Alle haben aber den gleichen Zweck.

Es ist nur ein Versuch sie alle bekannt zu machen:

Inhaltsverzeichnis zu den Denk- und Mahnmalen

Kleinhau
  • Brunnenau-Kreuz
  • Die "Madonna"
  • Tafel des 46.Arm.Inf.Btl/5.USArm.Div.
  • Bildstock "UNSERE LIEBE FRAU VOM HAU"
  • Fenster der Kapelle
  • Grabmal eines unbekannten Soldaten
  • Glasfenster im Windfang der Kapelle
  • Kreuz für fünf GI`s der 4.Inf.Div
Großhau
  • Kalverberg-Kreuz
  • Turmhahn der Apolloniakirche
Bergstein
  • Burgardt-Kreuz
  • Alwin-Hoven-Stein
Hürtgen
  • Linzenich-Kreuz
  • Gedenktafel für Leutnant Lengfeld
  • Altes Hundsbach-Kreuz
Vossenack
  • Sühnekirche St. Josef
  • Fatima-Madonna (Sühnekirche)
  • Michael-Glocke
  • Kirchenfenster
  • Detail der Kirchentür (Sühnekirche)
  • Kreuzigungsgruppe (Gemeindefriedhof)
  • Splitterkreuz
  • Windhunddenkmal (Ehrenfriedhof)
  • Bild- und Texttafel für Julius Erasmus (Ehrenfriedhof)
  • Gedenkstein für Julius Erasmus (Ehrenfriedhof)
  • Gedenkstein für die Opfer im Ostens (Ehrenfriedhof)
Raffelsbrand
  • McArthur-Baum (Höhenschneise)
  • Gedenkstein am Ochsenkopfweg
  • Gedenktafel für Robert Cahow
  • Grabhügel an der Fundstelle Robert Cahows
Simonskall
  • Tafel im Klafterbachtal
  • Der Gefallene (Marienkapelle)
  • Tafel des LwFestBtl.XXIV
  • Friedenskreuz (Straße von Vossenack)
Mestreng
  • Tafel für Peter Dohr
  • Skulptur auf der Kallbrücke
  • Tafel zur Skulptur A time for healing
Gey
  • Tafel am ehemaligen Standort einer Synagoge (Broichstr.5)
Resümee

Brunnenau-Kreuz (Hoppenhardt in Kleinhau)

Brunnenau-Kreuz

Brunnenau-Kreuz - (21.3 ho, 28.4 re)

 

Das einfache Holzkreuz steht links an dem Weg, der von dem früheren Gehöft "Hoppenhardt" in Richtung "Wegweiser" führt, knapp 100 m nach der Verzweigung an der "Madonna". Es wird eingerahmt von einem dichten Ilexgebüsch. Noch 1968 fand man hier einen noch nicht beerdigten deutschen Soldaten. Man konnte ihn identifizieren. Er hieß Edgar Brunnenau, geb. 4.5.1903 in Windau, Lettland. Am 21.3.1968 wurde er in dem Grab 2946 auf dem Hürtgener Ehrenfriedhof zugebettet. In der  Belegungsliste ist unter Einheit, Dienstgrad, Erkennungsmarke: "A 313 Luftd. III WU" eingetragen. Wahrscheinlich gehörte er dem Luftwaffenfestungsbatallion XVIII an. Dieses kämpfte hier während der letzten Novembertage 1944, als Kleinhau eingenommen wurde. Es war bis zum 21. Nov. der 275., dann bis zum 27. Nov. der 344. und ab da der 353. Infanteriedivision zugeteilt. Allein daraus kann man erkennen welch heilloses Durcheinander in diesen Tagen herrschte.

Frau Sandmann hat den Bildstock zum Gedenken an ihren gefallenen Sohn Wolfgang und für alle in ihren Wäldern gefallenen Soldaten beider Kriegsgegner erstellt. Herr von Waldow ließ kürzlich eine Tafel mit dem Text anbringen:

Zum Gedenken an meinen in Norwegen gefallenen Sohn Wolfgang und an die vielen deutschen und amerikanischen Soldaten, die hier im Revier Gieschhardt im 2. Weltkrieg den Tod gefunden haben.
Maria Sandmann


Egal was von der Herkunft der Pieta stimmt, für die Kleinhauer hat die Madonna einen ideellen Wert. Sie steht an einer der schönsten Stellen des Ortes. Die Buchenkapelle und das ganz in der Nähe stehende oben genannte Gedenkkreuz, das ebenfalls auf die schreckliche Kriegszeit hinweist, runden den gesamten Bereich ab.

Der verwunschen wirkende Platz ist von jeher ein Anziehungspunkt für Kleinhauer gewesen. Fremde sind von der Idylle überrascht, wenn sie dort vorbei kommen. Seine klimatisch geschützte Lage sowie die Wald- und gleichzeitige Dorfnähe spielen dabei eine Rolle. Kleine Kinder mit Großeltern, gehbehinderte und ältere Menschen können immer relativ leicht dorthin gelangen. Eine Bank lädt zum Ausruhen ein.

Die "Madonna" (Hoppenhardt in Kleinhau)

Die "Madonna"

Die "Madonna" - (21.3 ho, 28.3 re)

 

Das einfache Holzkreuz steht links an dem Weg, der von dem früheren Gehöft "Hoppenhardt" in Richtung "Wegweiser" führt, knapp 100 m nach der Verzweigung an der "Madonna". Es wird eingerahmt von einem dichten Ilexgebüsch. Noch 1968 fand man hier einen noch nicht beerdigten deutschen Soldaten. Man konnte ihn identifizieren. Er hieß Edgar Brunnenau, geb. 4.5.1903 in Windau, Lettland. Am 21.3.1968 wurde er in dem Grab 2946 auf dem Hürtgener Ehrenfriedhof zugebettet. In der  Belegungsliste ist unter Einheit, Dienstgrad, Erkennungsmarke: "A 313 Luftd. III WU" eingetragen. Wahrscheinlich gehörte er dem Luftwaffenfestungsbatallion XVIII an. Dieses kämpfte hier während der letzten Novembertage 1944, als Kleinhau eingenommen wurde. Es war bis zum 21. Nov. der 275., dann bis zum 27. Nov. der 344. und ab da der 353. Infanteriedivision zugeteilt. Allein daraus kann man erkennen welch heilloses Durcheinander in diesen Tagen herrschte.

Es wird von Einwohnern und Vorbeikommenden gepflegt, Ilex wird geschnitten um es frei zu halten und oft sind Blumen an ihm angebracht.

Tafel der 5. Amerikanischen Panzerdivision (Rathaus Hürtgenwald in Kleinhau)

Tafel des 46.Arm.Inf. Btl/5.US.Arm.Div.

Tafel des 46.Arm.Inf. Btl/5.US.Arm.Div. - (20.8 ho, 27.9 re)

 

An einer der Säulen am Rathaushaupteingang ist eine Bronzetafel der 5. US Panzerdivision befestigt. In einer Feierstunde am 15. September 1994 wurde sie von ehemaligen Soldaten dieser Einheit enthüllt. Meistens wird der 29. Nov. 1944 als Einnahmetag Kleinhaus genannt. Hier wird nun der 30. November angegeben. Beides stimmt, denn Kleinhau wurde wirklich zweimal eingenommen. Von Hürtgen über die Landstraße und die Furt und gleichzeitig weit ausholend über das obere Hürtgenbachtal, Forsthaus Kleinhau und den Auel stieß die CC R der 5. US Panzerdivision vor. Es war ihr 47. Inf. Btl. und das 10. Panzerbatallion, die der 8. US Infanteriedivision unterstellt waren. Am Tag nach der Einnahme Hürtgens, am 29. 11. meldeten sie abends die Einnahme des Dorfes. Die Infanteristen zogen sich zur Sicherheit über Nacht westlich in den Wald zurück. Die Panzer blieben bis zum anderen Morgen im Dorf und folgten dann dorthin. Die 8. US Inf. Div. selbst übernahm die Sicherung des eingenommen Gebietes.

Großhau sollte am 30. November endgültig von der 4. US Infanteriedivision, der die CC A der 5. Panzerdivision unterstellt war, genommen werden. Dabei war vorgesehen, dass das 46. Inf. Btl. der CC A an Großhau vorbei, Kleinhau fest besetzen sollte. Vor allem aber sollte die Höhe 401.3 gesichert und über die Straße Richtung Schafberg vorgestoßen werden. Dort sollte eine Ausgangsstellung errichtet werden, von wo der Vormarsch nach Straß und weiter ins Rurtal ausgehen sollte. Die Einheit war nicht davon unterrichtet, dass die oben genannten Truppen Kleinhau wieder verlassen hatten und wähnten es von ihnen besetzt. Sie bewegten sich unbesorgt durch das offene Gelände östlich des Waldrandes auf ihre Ziele zu. Unter fürchterlichen Verlusten, sie erlitten 40% Ausfälle, erreichten sie bis zum Abend die erneute Einnahme Kleinhaus und der besagten Höhe 401.3. Ihren Auftrag in Richtung Schafberg erfüllten sie dann am nächsten Tag. Wahrscheinlich ist es zu dem Missverständnis gekommen, weil die Corpsgrenze zwischen der 4. und der 8. Inf. Div. verlief.

Gedenkstein für Alwin Hoven

Alwin-Hoven-Stein

Alwin-Hoven-Stein - (17.9 ho, 31.3 re)

 

Am Fuße des Burgberges in Bergstein, wenn man den Rundweg im Uhrzeigersinn um den Berg wählt, steht auf rechten Seite des Weges ein großer Sandstein zum Gedenken an den durch eine Mine tödlich verunglückten Alwin Hoven. Die Inschrift erinnert auch an alle Bergsteiner, die von 1944 bis 1954 durch den Krieg ihr Leben lassen mussten. Auf dem Stein ist nicht erwähnt, dass es mehrere Kinder waren, die im November 1945 dort verunglückten. Der 8jährige Günther Braun, der ebenfalls 8jährige Alwin Hoven und der nur sechs Jahre alte Günther Jansen, waren zusammen zum Burgberg gegangen, um Tannenzapfen zu suchen. Sie lösten unglücklicherweise über einen der tückisch mit Minen verbundenen Drähte eine Explosion aus, die ihnen zum Verhängnis wurde. Paul Braun lebte nur noch ein paar Stunden und verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus. Alwin Hoven war schwer verletzt und starb nach einigen Monaten im Krankenhaus. Günther Jansen überlebte schwer verletzt.

Großes Glasfenster (Kapelle Kleinhau)

Fenster der Kapelle

Fenster der Kapelle - (21.0 ho, 27.7 re)

 

Die unter Denkmalschutz stehende "Hürtgenwaldgedächtniskapelle" wurde nach den Plänen vom Dürener Architekten H. Richartz erbaut. Sie wurde am 4. Okt. 1970 geweiht. Man hat sie auch gebaut, um an die schrecklichen Kriegsereignisse zu erinnern. Der Glasmaler Paul Franz Bonnekamp (Inden) hat dieses zum Thema des großen Fensters gemacht. Man kann die Einzelheiten am besten auf sich wirken lassen, wenn morgens die Sonne das Bild hell erstrahlen lässt. Dominierend ist der die ganze Mitte ausfüllende Engel des Friedens, der das Schwert in der Hand hält, welches er den Menschen abgenommen hat, damit sie nie mehr unfriedlich sind.

Auch wenn man schön öfter dieses Bild betrachtet hat, findet man in den Randbereichen des Fensters, die im Gegensatz zum Engel eher bedrückend wirken, neue bis dahin nicht aufgefallene Einzelheiten. Die vielfältigsten Spuren des Krieges erscheinen in grau und schwarz auf hellem Untergrund.

Grabmal eines unbekannten Soldaten (Kapelle Kleinhau)

Grabmal eines unbekannten Soldaten

Grabmal eines unbekannten Soldaten - (21.0 ho, 27.7 re)

 

Außen unter dem Fenster im Giebel der Kapelle steht in einer offenen Vorhalle ein Sarkophag aus Basaltplatten. Er ist ein Grab und trägt die Inschrift: "Ein unbekannter Soldat der Hürtgenwaldschlacht". Der Christuskorpus darüber ist ein Werk des Dürener Bildhauers Gerhard Kluckow. Er trug früher eine Gloriole aus Stacheldraht. Die Jahreszahlen darunter deuten auf die beiden Weltriege hin. Die Dorfgemeinde gedenkt hier am Volkstrauertag den Opfern der Gewalt und des Terrors dieser Kriege und erinnert genauso an die Greuel unserer Zeit.

Der seit Jahren fehlende Helm, der auf diesem Grab lag, wurde mehrfach entwendet und wieder ersetzt. Angeblich sollte der erste dieser verloren gegangenen Helme Ernest Hemingway gehört haben, der als Kriegsberichterstatter bei der 4. US. Infanteriedivision die Kämpfe um Groß- und Kleinhau mitgemacht hat. Eine Verbindung zu ihm gab es durch die damals in Langerwehe lebende Amerikanerin, Mildred Thompson. Die Künstlerin hat zwei kleine Glasfenster in der Westwand der Kappelle geschaffen. Sie soll mit dem Schriftsteller bekannt oder befreundet gewesen sein.

Kleines Glasfenster (Kapelle Kleinhau)

Glasfenster im Windfang der Kapelle

Glasfenster im Windfang der Kapelle - (21.0 ho, 27.7 re)

 

Leicester, der Bruder Hemingways, hat 1969 ein Buch mit dem Titel "Mein Bruder Ernest" geschrieben. Ein Zitat daraus, dass auf die Teilnahme Hemingways bei den Kämpfen der 4. Inf.Div. im Hürtgenwald hinweist, ist auf dem Glas des kleinen  Fensters im Windfang der Kapelle festgehalten:

Ernst (=Hemingway) kehrte wieder zur Vierten zurück und erlebte den Beginn des unglaublich schwierigen, tödlichen Frontalan griffs auf den Hürtgenwald am 16. November (=1944). Am 27. erobert das 22. Regiment Großhau und nur noch ein tödlicher Waldstreifen war zu überbrücken.
Ric 69
Aus Leicester "Mein Bruder Ernst"

Das Fenster wurde ebenfalls von Paul Franz Bonnekamp gestaltet und wurde vom Architekten Richartz (siehe "Ric69") gestiftet.

Gedenkkreuz für die Gefallenen (hoch oben auf dem Kalverberg)

Kalverberg-Kreuz

Kalverberg-Kreuz - (24.4 ho, 24.5 re)

 

Weit sichtbar vom Staudamm und aus beiden Wehebachtälern steht seit 1981 ein auffallend weiß leuchtendes Kreuz, welches den gefallenen Soldaten im Hürtgenwald gewidmet ist. Nach dem Krieg wurde es an der Stelle wo Joh. Thevissen und andere einen Gefallenen geborgen hatten, aufgestellt. Auch damals war es weit sichtbar wie jetzt. Nachdem es 1973 schon einmal neu errichtet wurde, musste es dem Bau der Talsperre erst einmal weichen. Es wurde vom Großhauer Förster Dieter Fink aufbewahrt und renoviert. Dann im Juni 1981 wurde es nach einem Gottesdienst von einer Gruppe Schevenhüttener an seinen jetzigen Platz wieder aufgestellt. Das wird in der AVZ. vom 22. Juni 1981 berichtet. Im Jahr 2005 wurde es erneut von Einwohnern aus Schevenhütte aufgearbeitet.

Gedenkkreuz für vier gefallene Amerikaner (am Waldrand Siedlung Kleinhau)

Kreuz für fünf GI`s der 4. US.Inf.Div

Kreuz für fünf GI`s der 4. US.Inf.Div. - (21.2 ho, 26.9 re)

 

Am Waldrand westlich von Kleinhau steht ein kleines unscheinbares Holzkreuz. Es wurde von Amerikanern, wahrscheinlich Familienangehörigen der auf einer Tafel genannten Soldaten im Nov. 1999 dort aufgestellt. Anfangs war noch ein amerikanischer Helm auf dem Stamm des Kreuzes festgeschraubt. Der wurde nicht von einem Wildschwein gefressen, sondern ein Zweibeiner fand Gefallen an ihm.

Das Kreuz ist wahrscheinlich so wie es da steht nach Europa gekommen. Die Art des Holzes und vor allem die Handschrift auf der Tafel deuten darauf hin.

Der Text lautet:

ANKERŽS MG Squad, Co H 22nd Inf.Rgt. 4. ID

26. Nov. 1944, entire squad was made casualties
in the battle for Grosshau

Sgt. Normann N.Anker, killed
PFC Benjamin Troncone, killed
PFC Donald L. Sell, killed
Pvt. Enfal Matt, killed
PFC William H. Cooke, wounded (died 1985)

Good rest their souls

26. Nov. 1999, Hürtgen Forest

Die 4. US. Inf. Div. kämpfte im Nov. 44 im Hürtgenwald. Sie besetzte nach verlustreichen Kämpfen am 30. Nov. Großhau. Ernest Hemingway, der damals als Kriegsberichterstatter daran teilgenommen hat, berichtet über Einzelheiten dieser Kämpfe in seinem Buch "Über den Fluß und in die Wälder".

Der zerschossene Turmhahn (Pfarrkirche Großhau)

Turmhahn der Apolloniakirche

Turmhahn der Apolloniakirche - (22.2 ho, 27.7 re)

 

In der St. Apolloniakirche ist zur Mahnung zum Frieden und zum Gedenken an die völlig zerstörte Kirche der alte Turmhahn im Innenraum rechts neben der Eingangstür an der Wand befestigt worden. Der Turmhahn zierte die Kirche bestimmt schon seit deren Neubau im Jahr 1862. Durch den Blitzeinschlag am Fronleichnamstag 1857 war der Turm der zu kleinen Vorgängerkirche so stark beschädigt, dass man sich zum Neubau entschloss. Es ist nicht mehr bekannt ob der Hahn schon auf deren viel niedrigeren Turm (16 m/heute 23,5 m) gewesen ist.

Die gesamte Kirche mit dem kompletten Turm fiel den Angriffen der 4. U.S. Infanteriedivision Ende November 1944 zum Opfer. Man barg ihn nach dem Krieg aus dem Schutt. Er war verbogen und verbeult. Durchschüsse von Infanteriemunition und von Granatsplittern sind heute noch deutlich sichtbar. Großhauer erinnern sich, dass man schon während des Krieges zum Spaß mit Gewehren auf ihn geschossen hat. Man amüsierte sich darüber, dass der Hahn sich durch die Schüsse in Drehung setzte.

Obwohl Buntmetall viel wert war und zum Wiederaufbau der Kirche jeder Groschen und jedes Pfund Speck gebraucht wurde, war es Pfarrer Esser, der den ideellen Wert höher einschätzte und das Stück Altmetall zur Seite legte. Bis Mitte der 80er Jahre war er nur bei Versammlungen und Zusammenkommen im Gemeinschaftsraum im Pfarrhaus für wenige Leute zu sehen. Seitdem hat er seinen Platz in der Kirche. Damit ist er allen zugänglich. Wenn man Kirche verlässt hat man ihn auf der "Männerseite" in Augenhöhe vor sich. Damit hat man Gelegenheit über seine Mahnung zum Frieden nachzudenken.

Linzenich-Kreuz (Höhenschneise, Rabenheck)

Linzenich-Kreuz

Linzenich-Kreuz - (21.4 ho, 23.3 re)

 

Am 13. Juni 1946 rückten Theo Hellwig aus Kleinhau und Franz Linzenich aus Hürtgen mit dessen schwerem Traktor Holzstämme aus dem Jagen 202 an der Höhenschneise. Dabei fuhren sie auf eine Panzermine, die explodierte. Franz Linzenich war sofort tot. Im Grab 2327 des Hürtgener Ehrenfriedhof fand er seine letzte Ruhe neben dem Grab 2328 seiner Tochter Maria (* 24.04.32), die am 12.12.1944 als Kind durch Kriegseinwirkung gestorben ist. Theo Hellwig wurde schwerstverletzt. Auf einem Holztransporter schaffte man ihn ins Krankenhaus in Langerwehe. Er starb 1958 an seinen erlittenen Verletzungen.

McArthur-Baum (Höhenschneise, Kreuzung Pilgerweg)

McArthur-Baum

McArthur-Baum - (18.7 ho, 22.4 re)

 

Dieser Baum trägt eine Einritzung, die "der erste Amerikaner im Hürtgenwald" hinterlassen hat. Er gehörte zum 1.Btl. des 39.US.Inf.Reg. der 9.US.Inf.Div. Dessen Kommandeur, Oberst Thompson, war am 19. Sept. 1944 mit seinen Leuten mit dem Auftrag in Zweifall aufgebrochen, Hürtgen und wenn möglich Kleinhau zu erreichen. Dort sollte er die Straßenverbindung nach Düren sichern und gleichzeitig eine Verbindung zu dem Schwesterregiment (47.) herstellen, welches schon in Schevenhütte war. Vor ihnen war noch niemand in die Richtung der heutigen Gemeinde Hürtgenwald vorgedrungen.

Der Soldat schnitzte in die Baumrinde:

R. D. McARTHUR
21/ 9/44
T E X A S
U S A

Gedenkstein für drei Vermisste (Ochsenkopfweg, Raffelsbrand)

Gedenkstein am Ochsenkopfweg

Gedenkstein am Ochsenkopfweg - (14.1 ho, 23.5 re)

 

Im Jahr 1976 fand man die beiden Amerikaner Fancis Dempfle und Richard Quick, die augenscheinlich gemeinsam mit einem unbekannt gebliebenen deutschen Soldaten gefallen waren. Die beiden Amerikaner konnten anhand der Erkennungsmarken identifiziert werden. Sie wurden in die USA überführt. Der Deutsche ist unbekannt geblieben und in Vossenack beigesetzt worden. Welcher Einheit die beiden Amerikaner angehörten, wird wohl auch bekannt sein. Das ergibt sich aus dem Datum ihres Todes.

Gedenktafel für PFC. Cahow (Ochsenkopf, Raffelsbrand)

Gedenktafel für Robert Cahow

Gedenktafel für Robert Cahow - (14.0 ho, 23.4 re)

Grabhügel an der Fundstelle Robert Cahows

Grabhügel an der Fundstelle Robert Cahows - (14.0 ho, 23.4 re)

 

Ganz in der Nähe des vorgenannten Steines, kaum 100 m weiter, wurde noch nach 56 Jahren der seit dem 13. Dez. 1944 vermisste Robert Cahow von einem Kampfmittelräumtrupp gefunden und geborgen. Er gehörte der K Co. des 311.Inf.Reg. der 78. Div. an. Er ist 28 Jahre alt geworden. Hier kämpften die Amerikaner seit September um die Zugänge zu den Talsperren der Rur, die sie erst im Februar des Jahres 1945 erreichten. Die 78. US Inf. Div. besaß noch keine Kampferfahrung. Es war ihr erster Einsatz. Ihr 311. Reg. war der 8. US Inf. Div. unterstellt und ihm war der Abschnitt am Ochsenkopf zugeteilt. Die 8. Div. war die Ablösung der abgenutzten 28. Inf. Div., die ihre traurige Erfahrung schon in der Allerseelenschlacht im Nov. 44 gemacht hatte. Schon vorher, Ende September und im Oktober, kämpfte die 9. Inf. Div. in diesem Gebiet.

Im Jahr Juni 2004 wurde unter erstaunlich hoher Anteilnahme der hiesigen Bevölkerung, der politischen und kommunalen Öffentlichkeit, des Geschichtsvereins, militärischen Vertretern mehrerer Nationen und vor allem der Familienangehörigen des Gefallenen Robert Cahow und der traurigen Umstände seines Todes gedacht. Die von der Familie Cahow errichtete Gedenktafel in englischer und deutscher Sprache wurde enthüllt.

Bei der Feier wurde erwähnt, dass noch 190 amerikanische Soldaten im Kampfgebiet des Hürtgenwaldes als vermisst gelten.

An der Fundstelle des Soldaten, sie liegt gut sichtbar nahe des Weges im Wald, legten und legen noch heute in alter Tradition die Besucher einen Stein ab. Mittlerweile ist ein ansehnlicher Grabhügel aus den niedergelegten Steinen gewachsen. Auf einer Tafel auf dem kleinen Kreuz sind weitere Angaben gemacht.

Friedenskreuz (Straße vom Franziskus-Gymnasium nach Simonskall)

Friedenskreuz

Friedenskreuz - (15.1 ho, 25.4 re)

 

In den heißen Sommern 1947 und 1948 brannten die zerschossenen Wälder des Hürtgenwaldes immer wieder und oft längere Zeit. Die Ursache wurde auf Selbstentzündung durch Brennglaseffekt von Glasscherben oder auch, was wahrscheinlicher ist, durch freien Phosphor gesucht. In den Nächten war der Himmel im weiten Umkreis rot gefärbt. Die Bemühungen, die Brände zu löschen, wurden durch die in den Brandgebieten explodierende Munition erschwert. Manchmal schien es unmöglich etwas dagegen zu unternehmen und trotzdem wurde eine Bekämpfung der Feuer versucht. Bei einem solchen Einsatz am 17. 8. 1947 verunglückte der 40 Jahre alte Feuerwehrführer Remy Stollenwerk. Die Kameraden der Kesternicher Amtsfeuerwehr widmeten ihm dieses Denkmal.

Tafel des LwFestBtl. XXIV (in Simonskall)

Tafel des LwFestBtl.XXIV

Tafel des LwFestBtl.XXIV - (14.6 ho, 24.9 re)

 

In Simonskall an der Kallbachmauer zwischen dem Haus des Gastes und der Cremermühle haben die Angehörigen des Luftwaffenfestungs-Batallions XXIV am 16. 11.  2002 einen Gedenkstein aufgestellt. Im Hürtgenwald haben mehrere derartige Einheiten teilgenommen. Diese Soldaten waren meist erst 17 oder 18 Jahre alt. Obwohl für Luftwaffendienste ausgebildet, waren sie hier im Erdkampf als Infanteristen eingesetzt. Sie waren mitsamt ihren Führungskräften den an sie gestellten Anforderungen kaum gewachsen. Sie wurden als Ersatz den ausgebluteten und verbrauchten Infanteriedivisionen zugeteilt. Teilweise wurde ihre Tapferkeit anerkennend genannt, aber im Grunde waren sie Kanonenfutter und wurden verheizt. Im Okt. sank die Gesamtstärke des Bataillons innerhalb von acht Tagen von 640 auf 130. Als sie am 4. Nov. abgezogen wurden, waren sie noch einmal deutlich weniger.

Man spricht von einer Kompanie "Dolmetscher" aus diesen Einheiten, die komplett übergelaufen wäre.

Bild- und Texttafel für Julius Erasmus (Ehrenfriedhof in Vossenack)

Bild- und Texttafel für Julius Erasmus

Bild- und Texttafel für Julius Erasmus (15.6 ho, 24.8 re)

 

Dem "Vater des Vossenacker Ehrenfriedhofes", Julius Erasmus, hat man gleich am Zugang vom Parkplatz eine Tafel mit seinem Bild und schriftliche Würdigung seines Verdienstes um die Ehrenruhestätte seiner Kameraden aus den Hürtgenwaldkämpfen aufgestellt. In deutscher und englischer Sprache ist darauf sein Leben und die Verdienste für die Errichtung des Vossenacker Soldatenfriedhofs nachzulesen.

Als Pionierhauptmann war er selbst Teilnehmer der Ereignisse im Hürtgenwald. Gleich nach Kriegsende 1945 hat er aus eigenem Antrieb die noch unbeerdigt vorgefundenen Kameraden mit Hilfe von Männern aus dem Dorf und dem damaligen Pfarrer geborgen, soweit wie möglich identifiziert und beerdigt. Es waren über 1500 Gefallene. Er legte Aufzeichnungen und Pläne an und markierte die Grabstellen mit einfachen Holzkreuzen. Diese fürsorgliche Arbeit war die Grundlage für die Anlage des Soldatenfriedhofes.

Gedenkstein für Julius Erasmus (Ehrenfriedhof in Vossenack, nahe dem Hochkreuz)

Gedenkstein für Julius Erasmus

Gedenkstein für Julius Erasmus - (15.5 ho, 24.7 re)

 

Vor dem Hochkreuz des Friedhofes steht seit 2005 ein Doppelkreuz, auf dem ebenfalls an Erasmus erinnert wird. Sehr gedankenvoll ist dabei vorgegangen worden. Eines der ausgewechselten Muschelkalkkreuze des Hürtgener Ehrenfriedhofes ist dafür genommen worden. Es drückt eindeutig und endgültig aus, dass die von manchem andeutungsweise vermutete Konkurrenz bei der Anlegung der beiden Friedhöfe auf damals kreismonschauer und kreisdürener Gebiet heute vergessen ist. Wahrscheinlich war es sowieso nur ein Gerücht.

Der Stein trägt die Inschrift:

IN MEMORIAM
JULIUS ERASMUS
* 16.2.1895 IN AACHEN
+ 3.9.1971 IN NIDEGGEN-ABENDEN
TOTENGRÄBER VON VOSSENACK

Stein für die Opfer im Osten (Ehrenfriedhof in Vossenack)

Stein für die Opfer im Osten

Stein für die Opfer im Osten - (15.6 ho, 24.8 re)

 

Auf dem Vossenacker Soldatenfriedhof hat man lobenswerter Weise auch einen Stein gesetzt, der an die Opfer im Osten erinnert. Er steht zwar unauffällig und bescheiden am Hauptweg zu dem Hochkreuz und zum Gräberfeld, aber man zeigt damit, dass es nicht nur hier im Hürtgenwald schlimm zuging, sondern unter anderem auch im Osten Europas.

Ein gleicher Stein wurde auf dem Hürtgener Ehrenfriedhof aufgestellt.

Gedenkstätte für die Gefallenen der Windhunddivision (neben dem Ehrenfriedhof)

Denkmal für die Windhunddivision

Denkmal für die Windhunddivision - (15.7 ho, 24.7 re)

 

Die Tafel am Denkmal der Windhunde wurde am letzten Wochenende des Januars 2006 gewaltsam aus der Befestigung gerissen und gestohlen. Die Spuren dieser Gewalttat und auch die Stelle, wo sie sich die auf dem Mauersockel befand, waren eine Zeitlang noch deutlich zu erkennen. Sie trug den Spruch:

TOTE SOLDATEN SIND NIEMALS ALLEIN
DENN IMMER WERDEN TREUE KAMERADEN BEI IHNEN SEIN

Mittlerweile wurde sie durch eine Steintafel ersetzt.

Am Eingang zu der Gedenkstätte wird darauf hingewiesen, dass die Soldaten der Windhunddivision im Herbst 1944 hier gekämpft haben und dass dabei viele gestorben sind. Die Stätte soll zum Frieden mahnen.

Die ganze Anlage, einschließlich der von der Bildhauerin Frau Dr. Suckow, Bonn geschaffene Doppelfigur aus Bronze, wurde 1966 aus Spenden der ehemaligen Mitgliedern der Division finanziert. Das Grundstück wurde zu günstigen Bedingungen von der damaligen Gemeinde Vossenack angekauft. Deren Bürgermeister, Baptist Palm, war Mitglied der 116. Pz.-Division und kämpfte selbst in seinem Heimatort. Er hat durch Engagement und persönlichen Einsatz einen erheblichen Anteil am Zustandekommen des "Ehrenmals für unsere gefallenen und vermissten Kameraden, ein Mahnmal für die Überlebenden Frieden zu halten", so "Der Windhund" vom Sept. 1966. Am Volkstrauertag, am 13. Nov. 1966 wurde es feierlich eingeweiht.

Die Kreuzigungsgruppe (Gemeindefriedhof Vossenack)

Kreuzigungsgruppe

Kreuzigungsgruppe - (16.6 ho, 26.6 re)

 

Weit im Umkreis ist die von Pater Laurentius Englisch, OFM. geschaffene Kreuzigungsgruppe bekannt. Sie wird allseits bewundert. Vossenack und ganz Hürtgenwald kann stolz auf dieses eindrucksvolle Kunstwerk sein. Pater Laurentius selbst nennt sie eine "Auferstehungsgruppe". Er weist ja mit dem Begriff Auferstehung auf den Frieden hin, den ewigen Frieden, den die Menschheit erwartet. Er stärkt die Hoffnung auf diesen Frieden. Jesus beugt sich herab und streckt seine Hand aus. Er will den Menschen herüberhelfen zum Frieden vor Gott. Diese strecken ihm ihre Hände, wie Maria Magdalena, hilfe- und friedensuchend entgegen.

Es kommt bei den Betrachtern möglicherweise etwas zu kurz, dass sie auch ein Mahnmal gegen Krieg und Gewalt ist. Eine Schrifttafel macht allerdings darauf aufmerksam:

MAHNMAL DES FRIEDENS
8. 5. 1945 - 8. 5. 1985
Gedenket der Toten-
Sie mahnen zum Frieden

Die Kreuzgruppe wurde 1985 als Ersatz für das verwitterte Hochkreuz des gleich nach dem Krieg an dieser Stelle angelegten Soldatenfriedhof aufgestellt. Die Gefallenen waren bis 1952 endgültig zum heutigen Ehrenfriedhof umgebettet worden. Am 8. Mai 1985 wurde zum 40. Jahrestag des Kriegsendes die Gruppe feierlich eingeweiht. Es fehlten noch Maria und Johannes der Täufer, die aber noch im gleichen Jahr hinzu kamen.

Es kann noch erwähnt werden, dass der Großteil der Kosten für das monumentale Kunstwerk gespendet wurde.

Die "Sühnekirche" St. Josef in Vossenack

Die "Sühnekirche" St. Josef in Vossenack

Die "Sühnekirche" St. Josef in Vossenack - (16.7 ho, 26.4 re)

 

Bis auf die Bergsteiner Kirche waren durch den Krieg alle Pfarrkirchen in Hürtgenwald vollkommen zerstört. Diese hatte zwar auch schwer gelitten, es waren in ihr mutwillige Schüsse auf die Herz-Jesu-Statue abgebeben worden und durch die Außenwand und die Fenster eingedrungene Granaten waren drinnen explodiert. Aber Turm und Schiff standen noch weitgehend. In Gey, Großhau und Hürtgen dagegen lag alles am Boden, genauso wie in Vossenack. Aber hier ist bezeugt, dass man in der Kirche direkt aufeinander losgegangen ist. Nahkampf nennt man es, wenn die Gegner Aug in Aug voreinander stehen und wild entschlossen sind, den anderen umzubringen, um selbst zu überleben. So schlimm war es in unseren anderen Kirchen wohl anscheinend nicht. Aber wer weiß es schon so genau und die Entmenschlichung ist Entweihung der Gotteshäuser allemal.

Die Kirchenzeitung schreibt im November 1986, dass dies "im Bistum Aachen der einzig bekannte gewordene Fall einer kriegsbedingten Kirchenschändung ist". Aus diesem Grund "förderte das Bischöfliche Generalvikariat die besondere Marienverehrung", die 1954/55 begann.

Die Fatima Madonna (Pfarrkirche Vossenack)

Fatima-Madonna

Fatima-Madonna

 

In Vossenack dachte man schon 1957 daran, alles zu tun, um den Frieden zu erhalten. Zur Sühne für den Frevel und zur Buße für die vielen Opfer hat man die Statue U.L. Frau von Fatima nach Vossenack geholt. Sie ist aus brasilianischem Zedernholz geschnitzt und von einem portugiesischen Künstler nach den Angaben der Kinder, denen sie erschienen ist, bemalt worden. Sie wurde am 13. Juni 1957 in Fatima geweiht und traf am 2. Juli in Vossenack ein. Die Frauen und Mütter stifteten die silberne, vergoldete und mit 162 Edelsteinen besetzte Krone. Der Stolberger Goldschmied Mohnen fertigte das wertvolle Stück. Den vergoldeten Rosenkranz stifteten die Kinder aus Vossenack. Pfarrer Hegger ließ diese Insignien persönlich bei einer Sonderaudienz von Papst Pius XII. in Rom segnen. Am 13. Oktober 1957 krönte der Aachener Bischof Dr. Pohlschneider die Madonna im Auftrag des Hl. Vaters.

Nach Vossenack pilgern Pfarreien und Gläubige aus der Umgebung während der Wallfahrtszeit zwischen dem 15. Mai und 13. Okt. und beten für die Toten besonders aber für den Frieden.

Die St. Michael-Glocke (Pfarrkirche Vossenack)

Michael Glocke

Michael Glocke

 

Im Jahr 1958 wurde die 40 Zentner schwere Glocke angeschafft. Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen gaben Zuschüsse dazu. Auch die Mitglieder der Windhunddivision spendeten für die Anschaffung. Pfarrer Hegger schreibt in der Pfarrchronik, dass sie mit "ihrem prachtvollen Geläute ein hörbares Denkmal" für den Frieden ist.

Die Glocke zeigt ein großes Relief, dass den Erzengel Michael mit der Lanze den Drachen tötend darstellt. Am oberen Rand steht die Frage: "QUIS UT DEUS" und in deutsch "WER IST WIE GOTT". Ein Schriftband um den unteren Rand lautet:

ST. MICHAEL HEISSE ICH - ZU GOTTES EHRE STREITE ICH - DIE OPFER DES KRIEGES BEWEINE ICH - DIE LEBENDEN ZU FRIEDEN ERMAHNE ICH - 1958

Inschrift der Kirchentür (Pfarrkirche Vossenack)

Detail der Kirchentür

Detail der Kirchentür - (16.7 ho, 26.5 re)

 

Die Außenseite der Haupteingangstür der Vossenacker Pfarrkirche St. Josef ist ein Bronzerelief. Dieses zeigt "den Zug der Erlösten und der Verworfenen" und in dem Tryptichon darüber wieder den drachentötenden St. Michael. Unten links trägt sie die Inschrift:

Zum Gedenken an die
68 000
deutschen und amerikanischen Opfer
der Schlachten in der Umgebung von Vossenack

Mit ihr ist die Zahl aller Kriegsopfer der Kämpfe im Hürtgenwald gemeint, dabei sind die in Wirklichkeit nicht zählbaren Toten, die Vermissten, die Gefangenen, die Kranken und Verwundeten beider Seiten mit eingeschlossen.

Pfarrer Hegger nennt im Gegensatz zu der Glocke im gleichen Satz der Chronik das Kirchenportal "das sichtbare Denkmal" für den Frieden. Es ist nicht genau festzustellen wer den Entwurf dazu gemacht hat. Sie wurde aber auch im Jahr 1958 eingesetzt und wie die Glocke mit Zuschüssen von "Bonn und Düsseldorf", so Pfarrer Hegger, finanziert.

Glasfenster der Pfarrkirche

Fenster der Pfarrkirche

Fenster der Pfarrkirche - (16.7 ho, 26.5 re)

 

Das zweite Fenster auf der linken Seite des Kirchenschiffes wurde von den ehemaligen Angehörigen der Windhunddivision gestiftet. Es wurde in einer interkonfessionellen Feier am Volkstrauertag 1961 von den Stiftern der Pfarre übergeben. Geschaffen wurde das Fenster und die dazugehörigen Tafeln von den Dürener Künstlern Gottfried und Kluckow. Man erkennt in der Darstellung den seine Jungen mit seinem eigenen Blut speisenden Pelikan. Das ist das Symbol für den Opfertod Christi. "Der aufragende Lebensbaum darüber lenkt den Blick des Menschen in eine friedvolle Zukunft" deutete Pfarrer Hegger weiter das Bild des Fensters.

Gedenkskulptur: "A time for healing" (Kallbrücke nahe Mestrenger Mühle)

Skulptur auf der Kallbrücke

Skulptur auf der Kallbrücke - (15.3 ho, 27.4 re)

 

Als sich die fürchterlichen Geschehen im Hürtgenwald zum 60sten Mal jährten, wurde von der Konejung Stiftung, dem Kreis Düren, der Gemeinde und dem Geschichtsverein Hürtgenwald eine Veranstaltungsreihe zum Gedenken daran durchgeführt. Bei der zentralen Feier enthüllte man eine Skulptur auf der Kallbrücke bei der Mestrenger Mühle. Sie soll an das in dieser Zeit mehr als ungewöhnlich menschliche Verhalten Dr. Stüttgens hinweisen. Er war Assistenzarzt des 1056.Reg. der 89.Inf.Division. Er vereinbarte in eigener Verantwortung mit den Amerikanern eine mehrstündige Waffenpause. Beide Seiten bargen während dieser Kampfpause ihre Verwundeten, die im völlig unübersichtlichen Kampfgebiet auf beiden Seiten hilferufend zurückgeblieben waren. Es gab "Zeit zu heilen". Diese Tat im Nov. 1944 gibt uns heute noch Mut zur Hoffnung. Sie ist beispielhaft und auch ein Beispiel für ungenanntes und ungezähltes Verhalten ähnlicher Art. Günther Stüttgen lebte in Berlin und lehrte als Professor der Medizin an der Freien Universität Berlin. Im Jahr 1996 wurden der 77jährige und der damals mitbeteiligte amerikanische Arzt, Dr. Bedford Davis, in Harrisburg, Pennsylvania geehrt.

Die von der Konejung Stiftung gestellte Skulptur wurde von dem Vettweißer Künstler Michael Pohlmann aus Dolomit gefertigt. Er selbst deutet die runde Scheibe als das "rauhe Umfeld", in dem die "humane Begegnung" (die glatt polierte Verschlingung in der Mitte) stattfand.

Tafel zur Skulptur "A time for healing" (an der Kallbrücke)

Tafel zur Skulptur A time for healing

Tafel zur Skulptur A time for healing - (15.3 ho, 27.4 re)

 

Von Anfang an war es ausgemacht, dass die Skulptur auf der Kallbrücke nicht ohne Erklärung für die vorbeikommenden Betrachter bleiben konnte. Im September 2005 wurde dementsprechend die Tafel mit ausführlichem Text in deutscher und englischer Sprache aufgestellt.

Gedenktafel für Peter Dohr (Mestrenger Mühle)

Tafel für Peter Dohr

Tafel für Peter Dohr - (15.3 ho, 27.3 re)

 

An der Außenwand etwas rechts vom Eingang der Mestrenger Mühle ist eine Tafel angebracht, die an den noch vor Kriegsende, am 5. April 1945, "durch Minen" tödlich verunglückten Peter Dohr erinnert. Er war am 29. Nov. 1898 geboren und damals Eigentümer der Mühle. Am 18. Okt. 1944 verließ er mit seiner Familie die Mühle, weil die Front zu nahe kam. Um nach dem Rechten zu sehen, kehrte er schon vor Kriegsende mit seiner Frau zurück. Dabei explodierte eine Mine zwischen der Scheune und dem Mühlenhaus. Seine Frau blieb bei ihm bis er starb. Sie ging dann nach Vossenack wo sie bei Bekannten für die Nacht unterkam. Erst nach 2 Wochen konnte die Leiche von Peter Dohr geborgen und in Niederzier beerdigt werden.

Die jetzt vorhandene Tafel ist als Ersatz für die bis nach dem Brand der Mühle in den 80er Jahren dort vorhandene Gedenktafel angebracht worden. Diese wurde wahrscheinlich gestohlen. Auf ihr waren noch zwei weitere Namen vermerkt, die im Bereich der Mühle tödlich verunglückt sind.

Im Blumengarten der Mühle, dort wo heute der Parkplatz ist, wurde am 29. Juni 1945 der damals 27 Jahre alte Severin Lennartz aus Kommerscheidt ebenfalls durch eine Minenexplosion getötet. Er war erst sechs Wochen vorher aus der Gefangenschaft zurückgekommen. Sein Bruder Rudi war dabei. Er erinnert sich, dass sie Tage vorher ca. 1100 Holzkastenminen von ihrem nahe der Mühle gelegenen Grundstück geräumt hatten. Weiter, dass sie mit mehr als 10 jungen Männern am Sonntag der Schmidter Kirmes einen Spaziergang zur Mestreng machten. Severin wollte aus dem Blumengarten eine Rose pflücken. Dabei löste er den Stolperdraht einer Mine aus. Er war schwerst kopfverletzt, alle anderen blieben unverletzt. Sie konnten Severin aber nicht mehr helfen.

Im Hofbereich der Mühle wurde einige Zeit danach, noch im Jahr 1945 oder im Frühjahr 1946, auch noch der Pächter Herbert Huth, der keine 30 Jahre alt geworden ist, durch eine Explosion von Sprengmunition getötet. Familienangehörige geben an, dass er beim Aufräumen des Mühlengeländes war. Dabei hantierte er an einer schweren Kiste voll Sprengstoff und dergleichen. Dabei muß wohl irgend etwas passiert sein, was die äußerst heftige Explosion auslöste. Durch sie wurden noch am weiter weg stehenden Gebäude große Schäden angerichtet. Von Herbert Huth fand man nur noch kleinste Überreste, anhand deren man ihn identifizieren konnte.

Gedenktafel für Lt.Lengfeld (Ehrenfriedhof Hürtgen)

Gedenktafel für Leutnant Lengfeld

Gedenktafel für Leutnant Lengfeld - (18.9 ho, 25.4 re)

 

Die amerikanischen Veteranen der 4. US.Inf.Div. brachten diese Tafel zur Erinnerung an die selbstlose Tat des Leutnants Lengfeld am 7. Okt. 1994 hier an. An der Feierstunde nahmen viele deutsche und amerikanische Kriegsveteranen, Vertreter des Kreises Düren, der Gemeinde Hürtgenwald, hiesige Einwohner und Menschen aus der Heimat des Friedrich Lengfeld, *29.09.21 in Grunwald, Kreis Glatz in Oberschlesien, teil. Die Tafel wurde gesegnet und anschließend feierte man einen Gottesdienst in der Franziskanerkirche Vossenack.

Leutnant Lengfeld war an verschiedenen Kriegeinsätzen in Russland mehrfach verwundet und ausgezeichnet worden.

Leutnant Lengfeld und seine Kameraden der 2. Kompanie des Füsilierbatallions der 275.Inf.Division hörten im dicht verminten Niemandsland zwischen den Linien im Gebiet der sogenannten "Wilden Sau" am 12. Nov. 1944 längere Zeit die vergeblichen Hilferufe eines verwundeten GI`s. Der Leutnant machte sich an der Spitze einiger seiner Männer auf, um diesem zu helfen. Dabei wurde er durch eine Mine tödlich verletzt. Seine Kameraden konnten ihn zwar noch bergen und zum Verbandsplatz in der Lukasmühle bringen, aber er starb an seinen Verletzungen noch am gleichen Tag. Im Grab Nr. 36 des Rölsdorfer Friedhofs ist er beerdigt.

Altes Hundsbach-Kreuz auf dem Gemeindefriedhof Hürtgen

altes Hundsbach-Kreuz

altes Hundsbach-Kreuz - (19.4 ho, 26.8 re)

 

Das unscheinbarste und in seiner Unscheinbarkeit besonders ergreifende Mahnmal für den Frieden, in diesem Fall besser gegen den Krieg, steht auf dem Gemeindefriedhof in Hürtgen. Ältere Einwohner von Hürtgen erinnern sich, dass sie als kleine Kinder, das ist dann in den zwanziger Jahren gewesen, oft und gern dieses Kreuz aufgesucht haben. Damals führte ein Pfädchen quer über die Felder vom Friedhof dorthin. Sie bestätigen, dass es dieses Kreuz war, welches sie aufsuchten.

Ganz besonderes Lob verdienen diejenigen, die es dann auf dem Friedhof aufgestellt haben, statt es zu verschrotten. Sie haben seine Aussagekraft erkannt und es gesichert. Den Herbst 1944 erlebte es in unmittelbarer Nähe der berüchtigten "Wilden Sau", knapp oberhalb der Hundsbachsenke, etwa 300 m südlich des Ortseingangs von Hürtgen. Man sieht es ihm an, was wochenlang in seiner Umgebung geschah. Es hat sein oberes und rechtes Ende ganz verloren. Von der reichen Ornamentik des gusseisernen Kreuzes ist vieles nicht mehr da. Wer sich nur annähernd vorstellen kann, wie fürchterlich sich der Krieg in seinem Umfeld über längere Zeit gezeigt hat, erschaudert beim Anblick dieses Mahnmales. Es gehört ganz sicher auf die Liste geschützter Denkmale.

Jetzt steht ein hölzernes Nachfolgekreuz an seiner Stelle auf dem Heuberg. Schon in Karten von vor 1900 findet man dort den Eintrag eines Kreuzes.

Gedenktafel am Klafterbachtalweg in Simonskall

Tafel im Klafterbachtal

Tafel im Klafterbachtal - (13.8 ho, 24.5 re)

 

Kallaufwärts von Simonskall geht ein Weg über eine Brücke ins Klafterbachtal in Richtung Buhlert. Gleich anfangs steht bergseits links dieses Weges eine Tafel und in die eine Inschrift eingemeißelt ist:

VERWEILT WANDERER
BETET FÜR DIE
68 000
GEFALLENEN SOLDATEN
DES
HÜRTGENWALDES
1944 - 45

Die Aufforderung, für die Gefallenen zu beten, meint damit, ihnen zu gedenken. Sie will ebenso mahnen, den Frieden zu erhalten. Viele Wanderer werden dies dort tun. Die weit zu hoch angegebene Anzahl der Gefallenen auf dem Stein ist dabei nicht von Bedeutung. Ein Gebet wird unser Herrgott schon annehmen. Die Wanderer werden nachdenklich werden. Damit ist das Anliegen des im Augenblick nicht mehr bekannten Errichters dieser Mahntafel erfüllt.

Die Tafel steht schon 45, wenn nicht 50 Jahre dort. Das sagen zuverlässige Leute, die sich daran erinnern können. Bis vor einigen Jahren stand oberhalb der Tafel in einer spitzbogig ausgekehlten Nische eines Steines eine kleine Madonnenfigur. Seit einiger Zeit hat jemand an ihrer Stelle ein kleines leuchtend blau glasiertes Keramikkreuz hineingestellt. Darauf ist Christus hinter einem gedeckten Tisch zu erkennen. Rechts und links von ihm sieht man zwei männliche Figuren. Beim Abendmahl waren die zwölf Apostel, die mit ihm am Tisch waren. Vielleicht sind bei dieser Darstellung die Emmausjünger gemeint, die waren zu zweit mit ihm beim Mahl.

Splitterkreuz (in Vossenack rechts am Mestrenger Weg)

Splitterkreuz

Splitterkreuz - (16.6 ho, 26.5 re)

 

Hier steht das zuletzt im Zusammenhang mit den Ereignissen des 2. Weltkrieges in Hürtgenwald errichtete Kreuz. Hier, an seinem Standort, beginnt der so genannte Kalltrail. Der Begriff stammt von den Amerikanern und wurde von ihnen übernommen. Von dort aus starteten die Soldaten des 112. US Inf.Reg. der 28. Inf.Div am 3. 11. 44 ihren verhängnisvollen und erfolglosen Angriff durch das Kalltal nach Kommerscheidt und Schmidt.

Das Kreuz wurde im Sommer des Jahres 2005 von Einwohnern Vossenacks erstellt und am 2. 11. 2005 gesegnet. Es ist ganz aus Granatsplittern gefertigt worden.

Der Gefallene in der Marienkapelle in Simonskall

Der Gefallene

Der Gefallene - (14.6 ho, 24.9 re)

 

Ganz kurz vor dem Fertigwerden dieser Zusammenstellung wurde in der Kapelle in Simonskall "Der Gefallene" aufgestellt. Es ist eine Arbeit von Pater Laurentius Englisch, OFM. Sie wurde von dem Angehörigen des Fördervereins Windhunde mahnen zum Frieden, Prof. Horst Schuh aus Euskirchen als Leihgabe gestiftet. Sie gehört der Franziskusstiftung, dem Jugendwerk der Kölnischen Provinz der Franziskaner. Das Mahnmal ist den Gefallenen aller Nationen gewidmet.

Pater Laurentius erklärt auf einer Tafel die Bedeutung des Kunstwerkes. Er sagt dort u. a.: "Die Toten von 1939 - 45 sind nicht für Gott und Vaterland gefallen. Weder Gott noch das Vaterland bedarf solcher sinnlosen Opfer." Weiter schreibt er: "Wenn das Bild  des Gefallenen hier an heiliger Stätte aufgerichtet ist, soll es Fürbitte und Abbitte für getanes Unrecht sein."

Bildstock "UNSERE LIEBE FRAU VOM HAU"

ildstock U.l.F.v.H

ildstock U.l.F.v.H - (21.3 ho, 27.95 re)

 

In Kleinhau, gleich rechts wenn man in die Straße "In der Kaule" einbiegt, auf dem gemeindeeigenen von einer niedrigen Weißdornheck umgebenden Grundstück, welches jetzt auch "Marienplatz" genannt wird, steht ein erst im Sommer 2006 errichteter Bildstock "UNSERE LIEBE FRAU VOM HAU". Auch er erinnert an die Verwüstungen in den letzten Monaten des Jahres 1944. Dabei wurde die Marienkapelle, die sicher schon vor dem Jahr 1850 auf diesem Platz stand, dem Erboden gleich gemacht. Im Jahr 2005 wurden die bis dahin nicht mehr sichtbaren Fundamente gesucht, freigelegt und über das Bodenniveau aufgemauert.

Anstatt wieder eine Kapelle aufzubauen, errichtete man einen Bildstock, der den "Schöpflöffeln" im  Mayener Land nachempfunden ist. Den Stil des Löffels bilden drei Kreuze, die auf dem Hürtgener Soldatenfriedhof ausgewechselt wurden. Sie weisen auf die Kriegsereignisse auch an dieser Stelle hin. Den eigentlichen Löffel  bildet ein aus Sandsteinen zusammen gesetztes nach hinten offenes Heiligenhäuschen. In ihm steht die von Pater Laurentius geschaffene Plastik der Gottesmutter. Es ist eine Doppelfigur deren Rückansicht den Engel der Verkündigung darstellt, dieser verkündet die Frohbotschaft und den Frieden.

Eine mit dem Bild des "Schweißtuchs der Veronika" geätzte Kupferplatte unterstreicht die Kreuzform des Sockels. Auf dessen Rückseite ist ebenfalls auf einer Platte ein Beziehungsspruch zum Engel von der Nachbarin Anita Braun angebracht.

Manchmal brennt im Heiligenhäuschen ein Licht. Die Pfarre überlegt wie man das neugeschaffene Heiligenbild so wie die Vorgängerkapelle in das Pfarrleben einbeziehen kann. Bald wird auch eine Bank unter der prächtigen Linde zum Sichtreffen und Zusammensein einladen.

Tafel am ehemaligen Standort einer Synagoge (Gey, Broichstraße 5)

Gedenktafel in Gey

Gedenktafel in Gey - (23.8 ho, 29.7 re)

 

Bis 1932 stand an der Stelle des heutigen Geschäftshauses eine Synagoge. An ihrer Stelle errichtete man ein Wohnhaus in dem die Familie Meyer, eine der in Gey ansässigen jüdischen Familien, bis zu ihrer Deportation im Jahr 1941 wohnte. Die Juden aus Gey hatten ein außerordentlich gutes Verhältnis zu der Ortsbevölkerung. Sie waren Mitglieder in verschiedenen Vereinen und nahmen am Dorfleben teil wie alle anderen. Heute sagt man, "sie waren integriert". Das geht auch daraus hervor, daß am 9. November 1938, als in den meisten Orten in Deutschland die Synagogen brannten und die Schaufenster jüdischer Läden zerschlagen, die Waren und Einrichtungen geraubt oder demoliert wurden, in Gey nichts derartiges vorgekommen ist. Allerdings wurden auch hier "die männlichen jüdischen Bürger aus Gey, die das 16.Lebensjahr überschritten hatten, in ein Konzentrationslager gebracht, aus dem sie im Dezember des gleichen Jahres zurückkehrten". So berichtet Herr Erich Meyer 1987 in den Dürener Geschichtsblättern.

Während der Dürener Kreiskulturtage in Hürtgenwald im Jahre 2001 wurde an dem wieder aufgebauten Haus in der Gey eine Gedenk- und Danktafel im Beisein von Erich Meyer, der die schreckliche Zeit überlebt hat, enthüllt. Anwesend waren Vertreter der jüdischen Gemeinde in Aachen, Bewohner von Hürtgenwald, Bürgermeister und Ortsvorsteher sowie Pastor Neuenhofer, der einen Psalm betete. Auf der Tafel steht:

An dieser Stelle in der Broichstraße stand bis 1932 eine Synagoge
unserer deutschen Bürger jüdischen Glaubens. Das Gebetshaus wurde
von jüdischen Bürgern abgebrochen, um ein Wohnhaus zu errichten.
Am Ortsrand von Gey, Richtung Großhau befindet sich der alte
jüdische Friedhof, der von Geyer Bürgern gepflegt wird.

Wir danken unseren deutschen Bürgern jüdischen Glaubens für all das
was sie für unsere gemeinsame Heimat, die Menschen und die Ortsvereine
geleistet haben.

Wir bedauern das große Leid und Unrecht, das ihnen widerfahren ist.

Die Bürger von Hürtgenwald
2001

Resümee:

Der Vollständigkeit wegen könnte man noch die Denkmale für die Kriegstoten nennen, die in fast allen Ortsteilen zu finden sind. Manchmal stehen sie auf den Gemeindefriedhöfen.

Bei all dem hier Erwähnten, an das durch ein sichtbares dauerhaftes Zeichen erinnert wird, sollten wir nicht vergessen, dass für die meisten Todesopfer der Zivilbevölkerung und die Unglücksfälle wobei die Opfer zwar überlebten aber einen Körperschaden durch ihre Verletzungen behielten, nichts errichtet wurde. Diese Fälle können nur durch mündliche Überlieferung in Erinnerung gehalten werden.

Wenn wir nicht den Frieden in uns selbst finden, ihn nicht in unserer nächsten Umgebung, der Familie, der Schule, der Arbeits- und Freizeitwelt pflegen, wenn wir nicht in und zwischen den Wohnorten Frieden halten, so wird das Ziel, welches die außerordentlich vielen Mahn- und Gedenkmale setzen, nicht erreicht werden. Dann wird es vielleicht nur beim Gedenken bleiben und das Mahnen verhallt ohne Erfolg.

Wir sollten statt des Wortes "Kampf", das wir oft ohne nachzudenken benutzen, im politischen und sportlichen z. B. durch "Wettbewerb" ersetzen. Zu unserer "Kampferfahrung" passt nicht "Wahlkampf" und passt nicht "Wettkampf". Auch "Arbeitskampf" ist nicht das passende Wort für die Bemühungen um gerechte Bewertung der Arbeit, wenn wir an die hier stattgefundenen Kämpfe denken.

Respekt vor dem Fremden und Anderen, vielleicht auch Toleranz, wenn sie zum Überdenken und nicht zur Aufgabe von Selbstachtung, der eigenen Werte und eigener Meinung führt, sollte uns leiten. Wir sollten versöhnungsbereit sein, Gemeinsames betonen und Unterschiedliches überbrücken. Dann haben wir die Mahnungen richtig verstanden, denen wir überall bei uns begegnen.

Eine Bitte habe ich an die Leser dieser Zusammenstellung. Es wäre schön wenn ein etwa hier vergessenes Mahnmal mir noch bekannt gemacht würde, damit eine eventuelle Ergänzung möglich wird. Das gilt auch für fehlerhafte oder ungenügende Beschreibungen.