
Ehrenfriedhöfe
Die beiden Ehrenfriedhöfe im "Hürtgenwald" liegen in
Vossenack ca. 500 Meter hinter dem Ortsende an der Simonskaller Straße und in Hürtgen
ca. 500 Meter hinter dem Ortsende unmittelbar an der Bundestrasse 399, jeweils aus
Richtung Düren gesehen.
Ehrenfriedhof Vossenack
Um die Jahreswende 1945 /1946 begannen einige Freiwillige aus Vossenack, unter ihnen als
erster der ehemalige Pionierhauptmann Erasmus ("Vater der Toten"), mit der
Beerdigung gefallener Soldaten auf dem erweiterten Dorffriedhof. Unter Lebensgefahr bargen
sie die noch auffindbaren Toten in den nahegelegenen Wäldern und Feldern, identifizierten
sie, soweit sie noch Erkennungsmarken trugen und betteten sie ein.
Mitte 1948 begannen die ersten Planungen des ehemaligen Kreises Monschau zur Errichtung
eines zentralen Ehrenfriedhofes für die Gefallenen des Hürtgenwaldes.
Nach den ersten Vorstellungen sollte diese Ehrenstätte auf der weithin sichtbaren Höhe
470 bei Vossenack errichtet werden.Aber auch beim Kreis Düren bestanden schon konkrete
Planabsichten für den Bau eines Ehrenfriedhofes bei Hürtgen.
Mit den Arbeiten am Ehrenfriedhof Vossenack wurde im Spätsommer des Jahres 1949 begonnen.
Auf dieser Ehrenstätte haben die im ehemaligen Kreise Monschau bestatteten deutschen
Kriegstoten, mit Ausnahme der auf dem Gemeindefriedhof Lammersdorf beigesetzten, ihre
letzte Ruhestätte gefunden.
Die Anlage in Vossenack, an deren Stirnseite sich ein großer Sarkophag erhebt, wurde vom
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge nach den Plänen des Chefarchitekten Tischler
der Bundesbauleitung des Volksbundes errichtet. Am 31.08.1952 erfolgte ihre Einweihung
durch den Staatssekretär im Bundesministerium für gesamtdeutscheFragen, Franz Thediek.
Die kirchliche Weihe wurde von Se. Exzellenz dem Bischof von Aachen, Dr. Johannes-Josef
van der Velden, und Superintendant Eichholz von der Evangelischen Kirche in Aachen
vorgenommen.
Auf der Anlage ruhen heute insgesamt 2.221 gefallene Deutsche unter ihnen leider 930
namentlich unbekannt.
Ehrenfriedhof Hürtgen
Der Ausbau des Soldatenfriedhofes in Hürtgen wurde vom Volksbund Deutsche
Kriegsgräberfürsorge im Sommer 1950 begonnen und im Jahre 1952 beendet.
Frauen und Männer aus den zerstörten Orten um das Hürtgener Hochplateau, die wenige
Monate nach den letzten Kämpfen dieToten zusammentrugen, um ihnen ein vorläufiges Grab
zu geben,und die Männer der Umbettungsabteilung, die schließlich im felsigen Boden des
Friedhofsgeländes die ewige Ruhestättegruben, haben hart und tapfer gearbeitet. Denn
trotz des Einsatzes der Minensuchkommandos konnte noch jeder Fußbreit Boden den Tod
bringen, da das gesamte Gelände mit scharfer Munition aller Art verseucht war.
Auf den langgeschwungenen Gräberreihen stehen die steinernen Doppelkreuze. Man könnte an
Arm in Arm verbundene Kameraden denken, die in der Stunde des Todes einander halten. Die
Bevölkerung nennt sie in wohlverstandener Sinndeutung
"Kameradenkreuze"
Die Namen der Toten sind auf dem Kameradenkreuz festgehalten.Auf vielen Kreuzen steht noch
das schmale Schichtblatt unausgefüllt.Es gilt den Gefallenen, deren Identifizierung noch
nicht abgeschlossen ist. Haben die Ermittlungen Erfolg, werden die Namen nachgetragen.Bei
vielen aber wird es bei dem bitteren Wort ,unbekannt"bleiben.
Die Doppelreihen der Gräber haben alle Richtung zu einem Punkt: dem Hochkreuz. In seiner
schlichten Schönheit und erhabenen Größe steht es über dem weihevollen Totenraum,
leuchtet weit hinein in das ehemalige Kampfgebiet, erhabenes Symbol des Opfertodes,
Zeichen des Glaubens, daß alles Schicksalhafte, auch der Soldatentod, von Gott bestimmt
ist.
Die Belegungszahl dieser Ehrenstätte beträgt 2.997.Von diesen Toten waren über 1.000
namentlich unbekannt. Bei den Umbettungen war es möglich, durch gefundene
Erkennungsmarken, Flaschenposten, Soldbücher, Urlaubsscheine und sonstige Papiere viele
Unbekannte sofort zu identifizieren. Durch Vergleich mit den Unterlagen der
Wehrmachtsgräberoffiziere, der Abwicklungsstelle der Deutschen Dienststelle Berlin und
durch Auswertung aller sorgfältig festgestellten Körpermerkmale und den Aussagen von
Kameraden konnten bisher weitere 217 Tote identifiziert werden.
Die Zahl der unbekannten Toten dieses Friedhofes beläuft sich heute noch auf 524. Der
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge setzt seine Bemühungen um die Identifizierung
auch dieser Toten fort. Die Chancen werden jedoch mit fortschreitender Zeit immer
geringer, so daß zu befürchten ist, daß ein großer Prozentsatz dieser Toten unbekannt
bleiben wird.