Kleinhau, 31. Okt. 2006
Inhaltsverzeichnis
zu den Denk- und Mahnmalen
Einleitung
Brunnenau-Kreuz
Die „Madonna“
Tafel des 46.Arm.Inf.Btl/5.USArm.Div.
Bildstock „UNSERE LIEBE
FRAU VOM HAU“
Fenster der Kapelle
Grabmal eines unbekannten
Soldaten
Glasfenster im Windfang
der Kapelle
Kreuz für fünf
GI`s der 4.Inf.Div
Kalverberg-Kreuz
Turmhahn der Apolloniakirche
Burgardt-Kreuz
Alwin-Hoven-Stein
Linzenich-Kreuz
Gedenktafel für
Leutnant Lengfeld
Sühnekirche
St. Josef
Fatima-Madonna
(Sühnekirche)
Michael-Glocke „
Kirchenfenster „
Detail der Kirchentür
(Sühnekirche)
Kreuzigungsgruppe (Gemeindefriedhof)
Splitterkreuz
Friedenskreuz auf der
Harth
Windhunddenkmal (Ehrenfriedhof)
Bild- und Texttafel
für Julius Erasmus (Ehrenfriedhof)
Gedenkstein für
Julius Erasmus (Ehrenfriedhof)
Gedenkstein für
die Opfer im Ostens (Ehrenfriedhof)
McArthur-Baum (Höhenschneise)
Gedenkstein am Ochsenkopfweg
Gedenktafel für
Robert Cahow
Grabhügel an der
Fundstelle Robert Cahows
Tafel im Klafterbachtal
Der Gefallene (Marienkapelle)
Tafel des LwFestBtl.XXIV
Friedenskreuz (Straße
von Vossenack)
Tafel für Peter
Dohr
Skulptur auf der Kallbrücke
Tafel
zur Skulptur A time for healing
Resümee
(Mit Hilfe der unter
den Abb. angegebenen Hoch- und Rechtswerten und 1:25000er oder 1:5000er Karten
kann man den Standort der Denkmale leicht ermitteln und auffinden.)
Einleitung:
Jeder hier weiß wie gerade im Hürtgenwald und damit in der jetzigen
Gemeinde Hürtgenwald im letzten Weltkrieg gewütet wurde. Jeder weiß
wie verwüstet und zerstört die Dörfer mit ihren Feldern und
Wäldern danach waren. Jeder weiß, dass viele Tausende von Soldaten
beider Seiten hier gefallen sind, und dass die mehrfache Anzahl verwundet
wurden. Auch weiß man, dass viele Bewohner unserer Dörfer während
der Kampfhandlungen vor allem aber nach dem Krieg durch die gefährlichen
Überreste dieses Tobens getötet und verletzt wurden. Es ist gar
nicht möglich und ganz unnötig, korrekte Opferzahlen zu nennen.
Wichtig ist aber, dass
man sich der Opfer und der Ursachen, die zu dem Unglück geführt
haben, erinnert. Deshalb hat man in Hürtgenwald sichtbare Zeichen gesetzt,
die mahnen und erinnern: „Es darf nicht noch einmal geschehen!“
Es ist uns kaum bewusst
wie viele dieser „Mahnungen“ es sind und wo man sie überall finden
kann.
Sicher, die beiden
großen Soldatenfriedhöfe sind nicht zu übersehen und jedem
eindringlich bekannt. Genauso braucht das Museum „Hürtgenwald 44 und
im Frieden“ hier nicht erwähnt zu werden. Es gibt aber über dreißig,
Mahn- und Gedenkzeichen, die teils unauffällig und bescheiden als Tafel
oder als Wegkreuz errichtet bzw. angebracht sind. Mancher kennt das eine
oder andere, mancher kennt auch eine größere Anzahl davon, aber
sie alle aufzuzählen wird kaum jemand können.
In fast allen Ortsteilen
gibt es welche, die jeder kennt und vielleicht gerade deswegen mittlerweile
häufig unbeachtet bleiben. Weniger im Bewusstsein aber sind diejenigen,
die in den Wäldern um die umkämpften Dörfern stehen.
Die meisten von ihnen
beziehen sich auf ein ganz bestimmtes Ereignis. Alle haben aber den gleichen
Zweck.
Es ist nur ein Versuch
sie alle bekannt zu machen:
Brunnenau-Kreuz (Hoppenhardt in
Kleinhau)
Das einfache Holzkreuz
steht links an dem Weg, der von dem früheren Gehöft „Hoppenhardt“
in Richtung „Wegweiser“ führt, knapp 100 m nach der Verzweigung an
der „Madonna“. Es wird eingerahmt von einem dichten Ilexgebüsch. Noch
1968 fand man hier einen noch nicht beerdigten deutschen Soldaten. Man konnte
ihn identifizieren. Er hieß Edgar Brunnenau, geb. 4.5.1903 in Windau,
Lettland. Am 21.3.1968 wurde er in dem Grab 2946 auf dem Hürtgener Ehrenfriedhof
zugebettet. In der Belegungsliste ist unter
Einheit, Dienstgrad, Erkennungsmarke: „A 313 Luftd. III WU“ eingetragen.
Wahrscheinlich gehörte er dem Luftwaffenfestungsbatallion XVIII an.
Dieses kämpfte hier während der letzten Novembertage 1944, als
Kleinhau eingenommen wurde. Es war bis zum 21. Nov. der 275., dann bis zum
27. Nov. der 344. und ab da der 353. Infanteriedivision zugeteilt. Allein
daraus kann man erkennen welch heilloses Durcheinander in diesen Tagen herrschte.
- Abb. Brunnenau-Kreuz
– (21.3 ho, 28.4 re)
Es wird von Einwohnern und Vorbeikommenden gepflegt, Ilex wird geschnitten, um es frei zu halten und oft sind Blumen an ihm angebracht.
Die „Madonna“ (Hoppenhardt in Kleinhau)
„Madonna“ wird die
Pieta in dem 1955 erstellten Bildstock von den Kleinhauern genannt. Herr
von Waldow, ein Enkel der Frau Sandmann, sagt, in der Familie der Eigentümer
nennt man den Bildstock auch so. Seine Angaben stimmen mit der Auskunft des
Revierförsters überein. Demnach hat Frau Sandmann die Figur Anfang
der 50er Jahre in Italien erworben. Ob sie künstlerischen oder materiellen
Wert hat, weiß man nicht zu sagen. Man weiß auch nicht sicher
aus welchem Material sie besteht. Der Revierförster Axnik sagte vor
einigen Jahren, sie sei „ein Original“, stamme aus dem 12. Jahrhundert und
aus Stein gehauen. Frau Sandmann habe sie 1955 für „teures Geld“ in
Florenz gekauft.
- Abb. “Madonna”
– (21.3 ho, 28.3 re)
Frau Sandmann hat den Bildstock zum Gedenken an ihren gefallenen Sohn Wolfgang und für alle in ihren Wäldern gefallenen Soldaten beider Kriegsgegner erstellt. Herr von Waldow ließ kürzlich eine Tafel mit dem Text anbringen:
Zum Gedenken
an meinen in Norwegen gefallenen Sohn
Wolfgang
und an die vielen deutschen
und amerikanischen Soldaten,
die hier im Revier Gieschhardt im
2. Weltkrieg den Tod gefunden haben.
Maria Sandmann
Egal was von der Herkunft der Pieta stimmt, für die Kleinhauer hat die Madonna einen ideellen Wert. Sie steht an einer der schönsten Stellen des Ortes. Die Buchenkapelle und das ganz in der Nähe stehende oben genannte Gedenkkreuz, das ebenfalls auf die schreckliche Kriegszeit hinweist, runden den gesamten Bereich ab.
Der verwunschen wirkende Platz ist von jeher ein Anziehungspunkt für Kleinhauer gewesen. Fremde sind von der Idylle überrascht, wenn sie dort vorbei kommen. Seine klimatisch geschützte Lage sowie die Wald- und gleichzeitige Dorfnähe spielen dabei eine Rolle. Kleine Kinder mit Großeltern, gehbehinderte und ältere Menschen können immer relativ leicht dorthin gelangen. Eine Bank lädt zum Ausruhen ein.
Tafel der 5. Amerikanischen Panzerdivision (Rathaus Hürtgenwald
in Kleinhau)
An einer der Säulen
am Rathaushaupteingang ist eine Bronzetafel der 5. US Panzerdivision befestigt.
In einer Feierstunde am 15. September 1994 wurde sie von ehemaligen Soldaten
dieser Einheit enthüllt. Meistens wird der 29. Nov. 1944 als Einnahmetag
Kleinhaus genannt. Hier wird nun der 30. November angegeben. Beides stimmt,
denn Kleinhau wurde wirklich zweimal eingenommen. Von Hürtgen über
die Landstraße und die Furt und gleichzeitig weit ausholend über
das obere Hürtgenbachtal, Forsthaus Kleinhau und den Auel stieß
die CC R der 5. US Panzerdivision vor. Es war ihr 47. Inf. Btl. und das
10. Panzerbatallion, die der 8. US Infanteriedivision unterstellt waren.
Am Tag nach der Einnahme Hürtgens, am 29. 11. meldeten sie abends die
Einnahme des Dorfes. Die Infanteristen zogen sich zur Sicherheit über
Nacht westlich in den Wald zurück. Die Panzer blieben bis zum anderen
Morgen im Dorf und folgten dann dorthin. Die 8. US Inf. Div. selbst übernahm
die Sicherung des eingenommen Gebietes.
- Abb. Tafel des 46.Arm.Inf.Btl/5.US.Arm.Div.
– (20.8 ho, 27.9 re)
Großhau sollte
am 30. November endgültig von der 4. US Infanteriedivision, der die
CC A der 5. Panzerdivision unterstellt war, genommen werden. Dabei war vorgesehen,
dass das 46. Inf. Btl. der CC A an Großhau vorbei, Kleinhau fest besetzen
sollte. Vor allem aber sollte die Höhe 401.3 gesichert und über
die Straße Richtung Schafberg vorgestoßen werden. Dort sollte
eine Ausgangsstellung errichtet werden, von wo der Vormarsch nach Straß
und weiter ins Rurtal ausgehen sollte. Die Einheit war nicht davon unterrichtet,
dass die oben genannten Truppen Kleinhau wieder verlassen hatten und wähnten
es von ihnen besetzt. Sie bewegten sich unbesorgt durch das offene Gelände
östlich des Waldrandes auf ihre Ziele zu. Unter fürchterlichen
Verlusten, sie erlitten 40% Ausfälle, erreichten sie bis zum Abend die
erneute Einnahme Kleinhaus und der besagten Höhe 401.3. Ihren Auftrag
in Richtung Schafberg erfüllten sie dann am nächsten Tag. Wahrscheinlich
ist es zu dem Missverständnis gekommen, weil die Corpsgrenze zwischen
der 4. und der 8. Inf. Div. verlief.
Burgardt-Kreuz (Bergstein, in
der Dorshart)
Am 21. April 1954
wurde hier in seinem Revier der Förster Ewald Burgardt durch eine Mine
getötet. Burghardt war am 4. Aug. 1912 geboren. Die Pflanzerinnen und
Pflanzer hatten dort im Pflanzgarten gearbeitet und es brannte ein Feuer.
Der Förster blieb, als die Leute nach Hause gingen, noch länger
dort. Dann passierte das Unglück. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.
- Abb.
Burgardt-Kreuz – (17.1 ho, 30.8 re)
Am Fuße des
Burgberges in Bergstein, wenn man den Rundweg im Uhrzeigersinn um den Berg
wählt, steht auf rechten Seite des Weges ein großer Sandstein
zum Gedenken an den durch eine Mine tödlich verunglückten Alwin
Hoven. Die Inschrift erinnert auch an alle Bergsteiner, die von 1944 bis
1954 durch den Krieg ihr Leben lassen mussten. Auf dem Stein ist nicht erwähnt,
dass es mehrere Kinder waren, die im November 1945 dort verunglückten.
Der 8jährige Paul Braun, der ebenfalls 8jährige Alwin Hoven und
der nur sechs Jahre alte Günther Jansen, waren zusammen zum Burgberg
gegangen, um Tannenzapfen zu suchen. Sie lösten unglücklicherweise
über einen der tückisch mit Minen verbundenen Drähte eine
Explosion aus, die ihnen zum Verhängnis wurde. Paul Braun lebte nur
noch ein paar Stunden und verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus. Alwin Hoven
war schwer verletzt und starb nach einigen Monaten im Krankenhaus. Günther
Jansen überlebte schwer verletzt.
- Abb.: Alwin-Hoven-Stein
– (17.9 ho, 31.3 re)
Großes Glasfenster (Kapelle Kleinhau)
Die unter Denkmalschutz
stehende „Hürtgenwaldgedächtniskapelle“ wurde nach den Plänen
vom Dürener Architekten H. Richartz erbaut. Sie wurde am 4. Okt. 1970
geweiht. Man hat sie auch gebaut, um an die schrecklichen Kriegsereignisse
zu erinnern. Der Glasmaler Paul Franz Bonnekamp (Inden) hat dieses zum Thema
des großen Fensters gemacht. Man kann die Einzelheiten am besten auf
sich wirken lassen, wenn morgens die Sonne das Bild hell erstrahlen lässt.
Dominierend ist der die ganze Mitte ausfüllende Engel des Friedens,
der das Schwert in der Hand hält, welches er den Menschen abgenommen
hat, damit sie nie mehr unfriedlich sind.
- Abb. Fenster
der Kapelle – (21.0 ho, 27.7 re)
Auch wenn man schon
öfter dieses Bild betrachtet hat, findet man in den Randbereichen des
Fensters, die im Gegensatz zum Engel eher bedrückend wirken, neue bis
dahin nicht aufgefallene Einzelheiten. Die vielfältigsten Spuren des
Krieges erscheinen in grau und schwarz auf hellem Untergrund.
Grabmahl eines unbekannten Soldaten
(Kapelle Kleinhau)
Außen unter dem
Fenster im Giebel der Kapelle steht in einer offenen Vorhalle ein Sarkophag
aus Basaltplatten. Er ist ein Grab und trägt die Inschrift: “Ein unbekannter
Soldat der Hürtgenwaldschlacht“. Der Christuskorpus darüber ist
ein Werk des Dürener Bildhauers Gerhard Kluckow. Er trug früher
eine Gloriole aus Stacheldraht. Die Jahreszahlen darunter deuten auf die
beiden Weltriege hin. Die Dorfgemeinde gedenkt hier am Volkstrauertag den
Opfern der Gewalt und des Terrors dieser Kriege und erinnert genauso an die
Greuel unserer Zeit.
- Abb. Grabmal eines
unbekannten Soldaten – (21.0 ho, 27.7 re)
Der seit Jahren fehlende
Helm, der auf diesem Grab lag, wurde mehrfach entwendet und wieder ersetzt.
Angeblich sollte der erste dieser verloren gegangenen Helme Ernest Hemingway
gehört haben, der als Kriegsberichterstatter bei der 4. US. Infanteriedivision
die Kämpfe um Groß- und Kleinhau mitgemacht hat. Eine Verbindung
zu ihm gab es durch die damals in Langerwehe lebende Amerikanerin, Mildred
Thompson. Die Künstlerin hat zwei kleine Glasfenster in der Westwand
der Kappelle geschaffen. Sie soll mit dem Schriftsteller bekannt oder befreundet
gewesen sein.
Kleines Glasfenster (Kapelle Kleinhau)
Leicester, der Bruder
Hemingways, hat 1969 ein Buch mit dem Titel „Mein Bruder Ernest“ geschrieben.
Ein Zitat daraus, dass auf die Teilnahme Hemingways bei den Kämpfen
der 4. Inf.Div. im Hürtgenwald hinweist, ist auf dem Glas des kleinen Fensters im Windfang der Kapelle festgehalten:
Ernest
(=Hemingway)
kehrte wieder
zur Vierten
zurück und
erlebte den
Beginn des
unglaublich
schwierigen,
tödlichen
Frontalan
griffs auf den
Hürtgenwald
am 16. November
(=1944). Am 27. eroberte
das
22. Regiment
Großhau
und nur noch
ein tödlicher
Waldstreifen
war zu
überbrücken.
Ric 69
Aus
Leicester
„Mein Bruder Ernest“
- Abb. Glasfenster
im Windfang der Kapelle – (21.0 ho, 27.7 re)
Das Fenster wurde
ebenfalls von Paul Franz Bonnekamp gestaltet und wurde vom Architekten H.
Richartz (siehe „Ric69“) gestiftet.
Gedenkkreuz für die Gefallenen
(hoch oben auf dem Kalverberg)
Weit sichtbar vom Staudamm
und aus beiden Wehebachtälern steht seit 1981 ein auffallend weiß
leuchtendes Kreuz, welches den gefallenen Soldaten im Hürtgenwald gewidmet
ist. Nach dem Krieg wurde es an der Stelle wo Joh. Thevissen und andere
einen Gefallenen geborgen hatten, aufgestellt. Auch damals war es weit sichtbar
wie jetzt. Nachdem es 1973 schon einmal neu errichtet wurde, musste es dem
Bau der Talsperre erst einmal weichen. Es wurde vom Großhauer Förster
Dieter Fink aufbewahrt und renoviert. Dann im Juni 1981 wurde es nach einem
Gottesdienst von einer Gruppe Schevenhüttener an seinen jetzigen Platz
wieder aufgestellt. Das wird in der AVZ. vom 22. Juni 1981 berichtet. Im
Jahr 2005 wurde es erneut von Einwohnern aus Schevenhütte aufgearbeitet.
- Abb. Kalverberg-Kreuz
– (24.4 ho, 24.5 re)
Gedenkkreuz für vier gefallene Amerikaner (am Waldrand Siedlung Kleinhau)
Am Waldrand westlich
von Kleinhau steht ein kleines unscheinbares Holzkreuz. Es wurde von Amerikanern,
wahrscheinlich Familienangehörigen der auf einer Tafel genannten Soldaten
im Nov. 1999 dort aufgestellt. Anfangs war noch ein amerikanischer Helm
auf dem Stamm des Kreuzes festgeschraubt. Der wurde nicht von einem Wildschwein
gefressen, sondern ein Zweibeiner fand Gefallen an ihm.
- Abb. Kreuz für
fünf GI`s der 4. US.Inf.Div. – (21.2 ho, 26.9 re)
Das Kreuz ist wahrscheinlich
so wie es da steht nach Europa gekommen. Die Art des Holzes und vor allem
die Handschrift auf der Tafel deuten darauf hin.
Der Text lautet:
ANKER´S MG Squad, Co H 22nd
Inf.Rgt. 4. ID
26. Nov. 1944, entire squad was made
casualties
in the battle for Grosshau
Sgt. Normann N.Anker, killed
PFC Benjamin Troncone, killed
PFC Donald L. Sell, killed
Pvt. Enfal Matt, killed
PFC William H. Cooke, wounded (died 1985)
Good rest their souls
26. Nov. 1999, Hürtgen Forest
Die 4. US. Inf. Div.
kämpfte im Nov. 44 im Hürtgenwald. Sie besetzte nach verlustreichen
Kämpfen am 30. Nov. Großhau. Ernest Hemingway, der damals als
Kriegsberichterstatter daran teilgenommen hat, berichtet über Einzelheiten
dieser Kämpfe in seinem Buch „Über den Fluß und in die Wälder“.
Der zerschossene Turmhahn (Pfarrkirche Großhau)
In der St. Apolloniakirche
ist zur Mahnung zum Frieden und zum Gedenken an die völlig zerstörte
Kirche der alte Turmhahn im Innenraum rechts neben der Eingangstür
an der Wand befestigt worden. Der Turmhahn zierte die Kirche bestimmt schon
seit deren Neubau im Jahr 1862. Durch den Blitzeinschlag am Fronleichnamstag
1857 war der Turm der zu kleinen Vorgängerkirche so stark beschädigt,
dass man sich zum Neubau entschloss. Es ist nicht mehr bekannt ob der Hahn
schon auf deren viel niedrigeren Turm (16 m/heute 23,5 m) gewesen ist.
Die gesamte Kirche
mit dem kompletten Turm fiel den Angriffen der 4. U.S. Infanteriedivision
Ende November 1944 zum Opfer. Man barg ihn nach dem Krieg aus dem Schutt.
Er war verbogen und verbeult. Durchschüsse von Infanteriemunition und
von Granatsplittern sind heute noch deutlich sichtbar. Großhauer erinnern
sich, dass man schon während des Krieges zum Spaß mit Gewehren
auf ihn geschossen hat. Man amüsierte sich darüber, dass der Hahn
sich durch die Schüsse in Drehung setzte.
- Abb. Turmhahn der Apolloniakirche – (22.2 ho, 27.7
re)
Obwohl Buntmetall viel
wert war und zum Wiederaufbau der Kirche jeder Groschen und jedes Pfund
Speck gebraucht wurde, war es Pfarrer Esser, der den ideellen Wert höher
einschätzte und das Stück Altmetall zur Seite legte. Bis Mitte
der 80er Jahre war er nur bei Versammlungen und Zusammenkommen im Gemeinschaftsraum
im Pfarrhaus für wenige Leute zu sehen. Seitdem hat er seinen Platz
in der Kirche. Damit ist er allen zugänglich. Wenn man die Kirche verlässt
hat man ihn auf der „Männerseite“ in Augenhöhe vor sich. Damit
hat man Gelegenheit, über seine Mahnung zum Frieden nachzudenken.
Linzenich-Kreuz (Höhenschneise,
Rabenheck)
Am 13. Juni 1946 rückten
Theo Hellwig aus Kleinhau und Franz Linzenich aus Hürtgen mit dessen
schwerem Traktor Holzstämme aus dem Jagen 202 an der Höhenschneise.
Dabei fuhren sie auf eine Panzermine, die explodierte. Franz Linzenich war
sofort tot. Im Grab 2327 des Hürtgener Ehrenfriedhof fand er seine
letzte Ruhe neben dem Grab 2328 seiner Tochter Maria (* 24.04.32), die am
12.12.1944 als Kind durch Kriegseinwirkung gestorben ist. Theo Hellwig wurde
schwerstverletzt. Auf einem Holztransporter schaffte man ihn ins Krankenhaus
in Langerwehe. Er starb 1958 an seinen erlittenen Verletzungen.
- Abb. Linzenich-Kreuz
–
(21.4 ho, 23.3 re)
McArthur-Baum (Höhenschneise,
Kreuzung Pilgerweg)
Dieser Baum trägt
eine Einritzung, die „der erste Amerikaner im Hürtgenwald“ hinterlassen
hat. Er gehörte zum 1.Btl. des 39.US.Inf.Reg. der 9.US.Inf.Div. Dessen
Kommandeur, Oberst Thompson, war am 19. Sept. 1944 mit seinen Leuten mit
dem Auftrag in Zweifall aufgebrochen, Hürtgen und wenn möglich
Kleinhau zu erreichen. Dort sollte er die Straßenverbindung nach Düren
sichern und gleichzeitig eine Verbindung zu dem Schwesterregiment (47.) herstellen,
welches schon in Schevenhütte war. Vor ihnen war noch niemand in die
Richtung der heutigen Gemeinde Hürtgenwald vorgedrungen.
Der Soldat schnitzte
in die Baumrinde:
R. D. McARTHUR
9/21/44
T E X A S
U S A
- Abb.
McArthur-Baum – (18.7 ho, 22.4 re)
Gedenkstein für drei Vermisste (Ochsenkopfweg, Raffelsbrand)
Im Jahr 1976 fand man
die beiden Amerikaner Fancis Dempfle und Richard Quick, die augenscheinlich
gemeinsam mit einem unbekannt gebliebenen deutschen Soldaten gefallen waren.
Die beiden Amerikaner konnten anhand der Erkennungsmarken identifiziert
werden. Sie wurden in die USA überführt. Der Deutsche ist unbekannt
geblieben und auf dem Vossenacker Soldatenfriedhof beigesetzt worden. Welcher
Einheit die beiden Amerikaner angehörten, wird wohl auch bekannt sein.
Das ergibt sich aus dem Datum ihres Todes.
- Abb. Gedenkstein
am Ochsenkopfweg – (14.1 ho, 23.5 re)
Gedenktafel für
PFC. Cahow (Ochsenkopf, Raffelsbrand)
Ganz in der Nähe
des vorgenannten Steines, kaum 100 m weiter, wurde noch nach 56 Jahren der
seit dem 13. Dez. 1944 vermisste Robert Cahow von einem Kampfmittelräumtrupp
gefunden und geborgen. Er gehörte der K Co. des 311.Inf.Reg. der 78.
Div. an. Er ist 28 Jahre alt geworden. Hier kämpften die Amerikaner
seit September um die Zugänge zu den Talsperren der Rur, die sie erst
im Februar des Jahres 1945 erreichten. Die 78. US Inf. Div. besaß noch
keine Kampferfahrung. Es war ihr erster Einsatz. Ihr 311. Reg. war der 8.
US Inf. Div. unterstellt und ihm war der Abschnitt am Ochsenkopf zugeteilt.
Die 8. Div. war die Ablösung der abgenutzten 28. Inf. Div., die ihre
traurige Erfahrung schon in der Allerseelenschlacht im Nov. 44 gemacht hatte.
Schon vorher, Ende September und im Oktober, kämpfte die 9. Inf. Div.
in diesem Gebiet.
- Abb. Gedenktafel
für Robert Cahow – (14.0 ho, 23.4 re)
Im Jahr Juni 2004 wurde
unter erstaunlich hoher Anteilnahme der hiesigen Bevölkerung, der politischen
und kommunalen Öffentlichkeit, des Geschichtsvereins, militärischen
Vertretern mehrerer Nationen und vor allem der Familienangehörigen
des Gefallenen Robert Cahow und der traurigen Umstände seines Todes
gedacht. Die von der Familie Cahow errichtete Gedenktafel in englischer
und deutscher Sprache wurde enthüllt.
Bei der Feier wurde
erwähnt, dass noch 190 amerikanische Soldaten im Kampfgebiet des Hürtgenwaldes
als vermisst gelten.
An der Fundstelle des Soldaten, sie liegt gut sichtbar nahe des Weges im
Wald, legten und legen noch heute in alter Tradition die Besucher einen Stein
ab. Mittlerweile ist ein ansehnlicher Grabhügel aus den niedergelegten
Steinen gewachsen. Auf einer Tafel auf dem kleinen Kreuz sind weitere Angaben
gemacht.
- Abb. Grabhügel
an der Fundstelle Robert Cahows – (14.0 ho, 23.4
re)
Friedenskreuz (Straße vom
Franziskus-Gymnasium nach Simonskall)
In den heißen
Sommern 1947 und 1948 brannten die zerschossenen Wälder des Hürtgenwaldes
immer wieder und oft längere Zeit. Die Ursache wurde auf Selbstentzündung
durch Brennglaseffekt von Glasscherben oder auch, was wahrscheinlicher ist,
durch freien Phosphor gesucht. In den Nächten war der Himmel im weiten
Umkreis rot gefärbt. Die Bemühungen, die Brände zu löschen,
wurden durch die in den Brandgebieten explodierende Munition erschwert. Manchmal
schien es unmöglich etwas dagegen zu unternehmen und trotzdem wurde
eine Bekämpfung der Feuer versucht. Bei einem solchen Einsatz am 17.
8. 1947 verunglückte der 40 Jahre alte Feuerwehrführer Remy Stollenwerk.
Die Kameraden der Kesternicher Amtsfeuerwehr widmeten ihm dieses Denkmal.
- Abb. Friedenskreuz
– (15.1 ho, 25.4 re)
Tafel des LwFestBtl.
XXIV (in Simonskall)
In Simonskall, zwischen
dem Junkerhaus und der Cremermühle, haben die Angehörigen des Luftwaffenfestungs-Batallions
XXIV am 16. 11. 2002 einen Gedenkstein aufgestellt.
An den Hürtgenwald-Kämpfen haben mehrere derartige Einheiten teilgenommen.
Diese Soldaten waren meist erst 17 oder 18 Jahre alt. Obwohl für Luftwaffendienste
ausgebildet, waren sie hier im Erdkampf als Infanteristen eingesetzt. Sie
waren mitsamt ihren Führungskräften den an sie gestellten Anforderungen
kaum gewachsen. Sie wurden als Ersatz den ausgebluteten und verbrauchten Infanteriedivisionen
zugeteilt. Teilweise wurde ihre Tapferkeit anerkennend genannt, aber im Grunde
waren sie Kanonenfutter und wurden verheizt. Im Okt. sank die Gesamtstärke
des Bataillons innerhalb von acht Tagen von 640 auf 130. Als sie am 4. Nov.
abgezogen wurden, waren sie noch einmal deutlich weniger geworden.
Man spricht von einer
Kompanie „Dolmetscher“ aus diesen Einheiten, die komplett übergelaufen
wäre.
- Abb. Tafel des LwFestBtl.XXIV
– (14.6 ho, 24.9 re)
Bild- und Texttafel für Julius Erasmus (Ehrenfriedhof
in Vossenack)
Dem „Vater des Vossenacker
Ehrenfriedhofes“, Julius Erasmus, hat man gleich am Zugang vom Parkplatz
eine Tafel mit seinem Bild und schriftliche Würdigung seines Verdienstes
um die Ehrenruhestätte seiner Kameraden aus den Hürtgenwaldkämpfen
aufgestellt. In deutscher und englischer Sprache ist darauf sein Leben und
die Verdienste für die Errichtung des Vossenacker Soldatenfriedhofs
nachzulesen.
Als Pionierhauptmann
war er selbst Teilnehmer der Ereignisse im Hürtgenwald. Gleich nach
Kriegsende 1945 hat er aus eigenem Antrieb die noch unbeerdigt vorgefundenen
Kameraden mit Hilfe von Männern aus dem Dorf und dem damaligen Pfarrer
geborgen, soweit wie möglich identifiziert und beerdigt. Es waren über
1500 Gefallene. Er legte Aufzeichnungen und Pläne an und markierte die
Grabstellen mit einfachen Holzkreuzen. Diese fürsorgliche Arbeit war
die Grundlage für die Anlage des Soldatenfriedhofes.
- Abb. Bild- und Texttafel
für Julius Erasmus (15.6 ho, 24.8 re)
Gedenkstein für Julius Erasmus
(Ehrenfriedhof in Vossenack, nahe dem Hochkreuz)
Vor dem Hochkreuz
des Friedhofes steht seit 2005 ein Doppelkreuz, auf dem ebenfalls an Erasmus
erinnert wird. Sehr gedankenvoll ist dabei vorgegangen worden. Eines der
ausgewechselten Muschelkalkkreuze des Hürtgener Ehrenfriedhofes ist
dafür genommen worden. Es drückt eindeutig und endgültig
aus, dass die von manchem andeutungsweise vermutete Konkurrenz bei der Anlegung
der beiden Friedhöfe auf damals kreismonschauer und kreisdürener
Gebiet heute vergessen ist. Wahrscheinlich war es sowieso nur ein Gerücht.
- Abb. Gedenkstein
für Julius Erasmus (15.5 ho, 24.7 re)
Der Stein trägt die Inschrift:
IN MEMORIAM
JULIUS ERASMUS
* 16.2.1895 IN AACHEN
+ 3.9.1971 IN NIDEGGEN-ABENDEN
TOTENGRÄBER VON VOSSENACK
Stein für die
Opfer im Osten (Ehrenfriedhof
in Vossenack)
Auf dem Vossenacker
Soldatenfriedhof hat man lobenswerter Weise auch einen Stein gesetzt, der
an die Opfer im Osten erinnert. Er steht zwar unauffällig und bescheiden
am Hauptweg zu dem Hochkreuz und zum Gräberfeld, aber man zeigt damit,
dass es nicht nur hier im Hürtgenwald schlimm zuging, sondern unter
anderem auch im Osten Europas.
- Abb. Stein für
die Opfer im Osten – (15.6 ho, 24.8 re)
Ein gleicher Stein
wurde auf dem Hürtgener Ehrenfriedhof aufgestellt.
Gedenkstätte für die Gefallenen der Windhunddivision (neben dem Ehrenfriedhof)
Die Tafel am Denkmal
der Windhunde wurde am letzten Wochenende des Januars 2006 gewaltsam aus
der Befestigung gerissen und gestohlen. Die Spuren dieser Gewalttat und
auch die Stelle, wo sie sich die auf dem Mauersockel befand, waren eine Zeitlang
noch deutlich zu erkennen. Sie trug den Spruch:
TOTE SOLDATEN SIND NIEMALS ALLEIN
DENN IMMER WERDEN TREUE KAMERADEN BEI IHNEN SEIN
- Abb. Denkmal für
die Windhunddivision (15.7 ho, 24.7 re)
Mittlerweile wurde
sie durch eine Steintafel ersetzt.
Am Eingang zu der
Gedenkstätte wird darauf hingewiesen, dass die Soldaten der Windhunddivision
im Herbst 1944 hier gekämpft haben und dass dabei viele gestorben sind.
Die Stätte soll zum Frieden mahnen.
Die ganze Anlage,
einschließlich der von der Bildhauerin Frau Dr. Suckow, Bonn geschaffene
Doppelfigur aus Bronze, wurde 1966 aus Spenden der ehemaligen Mitgliedern
der Division finanziert. Das Grundstück wurde zu günstigen Bedingungen
von der damaligen Gemeinde Vossenack angekauft. Deren Bürgermeister,
Baptist Palm, war Mitglied der 116. Pz.-Division und kämpfte selbst
in seinem Heimatort. Er hat durch Engagement und persönlichen Einsatz
einen erheblichen Anteil am Zustandekommen des „Ehrenmals für unsere
gefallenen und vermissten Kameraden, ein Mahnmal für die Überlebenden
Frieden zu halten“, so „Der Windhund“ vom Sept. 1966. Am Volkstrauertag,
am 13. Nov. 1966 wurde es feierlich eingeweiht.
Die Kreuzigungsgruppe (Gemeindefriedhof
Vossenack)
Weit im Umkreis ist die von Pater Laurentius Englisch, OFM. geschaffene Kreuzigungsgruppe bekannt. Sie wird allseits bewundert. Vossenack und ganz Hürtgenwald kann stolz auf dieses eindrucksvolle Kunstwerk sein. Pater Laurentius selbst nennt sie eine „Auferstehungsgruppe“. Er weist ja mit dem Begriff Auferstehung auf den Frieden hin, den ewigen Frieden, den die Menschheit erwartet. Er stärkt die Hoffnung auf diesen Frieden. Jesus beugt sich herab und streckt seine Hand aus. Er will den Menschen herüberhelfen zum Frieden vor Gott. Diese strecken ihm ihre Hände, wie Maria Magdalena, hilfe- und friedensuchend entgegen.
Es kommt bei den Betrachtern möglicherweise etwas zu kurz, dass sie auch ein Mahnmal gegen Krieg und Gewalt ist. Eine Schrifttafel macht allerdings darauf aufmerksam:
MAHNMAL DES FRIEDENS
8. 5. 1945 – 8. 5. 1985
Gedenket der Toten-
Sie mahnen zum Frieden
- Abb. Kreuzigungsgruppe – (16.6
ho, 26.6 re)
Die Kreuzgruppe wurde
1985 als Ersatz für das verwitterte Hochkreuz des gleich nach dem Krieg
an dieser Stelle angelegten Soldatenfriedhof aufgestellt. Die Gefallenen
waren bis 1952 endgültig zum heutigen Ehrenfriedhof umgebettet worden.
Am 8. Mai 1985 wurde zum 40. Jahrestag des Kriegsendes die Gruppe feierlich
eingeweiht. Es fehlten noch Maria und Johannes der Täufer, die aber
noch im gleichen Jahr hinzu kamen.
Es kann noch erwähnt
werden, dass der Großteil der Kosten für das monumentale Kunstwerk
gespendet wurde.
Die „Sühnekirche“ St. Josef in Vossenack
Bis auf die Bergsteiner Kirche waren durch den Krieg alle Pfarrkirchen in Hürtgenwald vollkommen zerstört. Diese hatte zwar auch schwer gelitten, es waren in ihr mutwillige Schüsse auf die Herz-Jesu-Statue abgebeben worden und durch die Außenwand und die Fenster eingedrungene Granaten waren drinnen explodiert. Aber Turm und Schiff standen noch weitgehend. In Gey, Großhau und Hürtgen dagegen lag alles am Boden, genauso wie in Vossenack. Aber hier ist bezeugt, dass man in der Kirche direkt aufeinander losgegangen ist. Nahkampf nennt man es, wenn die Gegner Aug in Aug voreinander stehen und wild entschlossen sind, den anderen umzubringen, um selbst zu überleben. So schlimm war es in unseren anderen Kirchen wohl anscheinend nicht. Aber wer weiß es schon so genau und die Entmenschlichung ist Entweihung der Gotteshäuser allemal.
Die Kirchenzeitung schreibt im November 1986, dass dies „im Bistum Aachen der einzig bekannte gewordene Fall einer kriegsbedingten Kirchenschändung ist“. Aus diesem Grund „förderte das Bischöfliche Generalvikariat die besondere Marienverehrung“, die 1954/55 begann.
Die „Sühnekirche“ St.
Josef in Vossenack (16.7 ho, 26.4 re)
Die Fatima Madonna (Pfarrkirche Vossenack)
In Vossenack dachte man schon 1957 daran, alles zu tun, um den Frieden zu erhalten. Zur Sühne für den Frevel und zur Buße für die vielen Opfer hat man die Statue U.L. Frau von Fatima nach Vossenack geholt. Sie ist aus brasilianischem Zedernholz geschnitzt und von einem portugiesischen Künstler nach den Angaben der Kinder, denen sie erschienen ist, bemalt worden. Sie wurde am 13. Mai 1957 in Fatima geweiht und traf am 2. Juni in Vossenack ein. Die Frauen und Mütter stifteten die silberne, vergoldete und mit 162 Edelsteinen besetzte Krone. Der Stolberger Goldschmied Mohnen fertigte das wertvolle Stück. Den vergoldeten Rosenkranz stifteten die Kinder aus Vossenack. Pfarrer Hegger ließ diese Insignien persönlich bei einer Sonderaudienz von Papst Pius XII. in Rom segnen. Am 13. Oktober 1957 krönte der Aachener Bischof Dr. Pohlschneider die Madonna im Auftrag des Hl. Vaters.
Abb. Fatima-Madonna
Nach Vossenack pilgern Pfarreien und Gläubige aus der Umgebung während der Wallfahrtszeit zwischen dem 15. Mai und 13. Okt. und beten für die Toten, besonders aber für den Frieden.
Die St. Michael-Glocke (Pfarrkirche Vossenack)
Im Jahr 1958 wurde die 40 Zentner schwere Glocke angeschafft. Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen gaben Zuschüsse dazu. Auch die Mitglieder der Windhunddivision spendeten für die Anschaffung. Pfarrer Hegger schreibt in der Pfarrchronik, dass sie mit „ihrem prachtvollen Geläute ein hörbares Denkmal“ für den Frieden ist.
Die Glocke zeigt ein großes Relief, dass den Erzengel Michael mit der Lanze den Drachen tötend darstellt. Am oberen Rand steht die Frage: „QUIS UT DEUS“ und in deutsch „WER IST WIE GOTT“. Ein Schriftband um den unteren Rand lautet:
ST. MICHAEL HEISSE ICH – ZU GOTTES
EHRE STREITE ICH – DIE OPFER DES KRIEGES BEWEINE ICH – DIE LEBENDEN
ZU FRIEDEN ERMAHNE ICH – 1958
Abb. Michael Glocke
Inschrift der Kirchentür (Pfarrkirche Vossenack)
Die Außenseite
der Haupteingangstür der Vossenacker Pfarrkirche St. Josef ist ein
Bronzerelief. Dieses zeigt „den Zug der Erlösten und der Verworfenen“
und in dem Tryptichon darüber wieder den drachentötenden St.
Michael. Unten links trägt sie die Inschrift:
Zum Gedenken an die
68 000
deutschen und amerikanischen Opfer
der Schlachten in der Umgebung von Vossenack
Mit ihr ist die Zahl
aller Kriegsopfer der Kämpfe im Hürtgenwald gemeint, dabei sind
die in Wirklichkeit nicht zählbaren Toten, die Vermissten, die Gefangenen,
die Kranken und Verwundeten beider Seiten mit eingeschlossen.
- Abb. Detail der Kirchentür
– (16.7 ho, 26.5 re)
Pfarrer Hegger nennt
im Gegensatz zu der Glocke im gleichen Satz der Chronik das Kirchenportal
„das sichtbare Denkmal“ für den Frieden. Es ist nicht genau festzustellen
wer den Entwurf dazu gemacht hat. Sie wurde aber auch im Jahr 1958 eingesetzt
und wie die Glocke mit Zuschüssen von „Bonn und Düsseldorf“, so
Pfarrer Hegger, finanziert.
Glasfenster der Pfarrkirche
Das zweite Fenster
auf der linken Seite des Kirchenschiffes wurde von den ehemaligen Angehörigen
der Windhunddivision gestiftet. Es wurde in einer interkonfessionellen Feier
am Volkstrauertag 1961 von den Stiftern der Pfarre übergeben. Geschaffen
wurde das Fenster und die dazugehörigen Tafeln von den Dürener
Künstlern Gottfried und Kluckow. Man erkennt in der Darstellung den
seine Jungen mit seinem eigenen Blut speisenden Pelikan. Das ist das Symbol
für den Opfertod Christi. „Der aufragende Lebensbaum darüber lenkt
den Blick des Menschen in eine friedvolle Zukunft“ deutete Pfarrer Hegger
weiter das Bild des Fensters.
- Abb. Fenster der
Pfarrkirche – (16.7 ho, 26.5 re)
Gedenkskulptur: „A time for healing“ (Kallbrücke
nahe Mestrenger Mühle)
Als sich die fürchterlichen
Geschehen im Hürtgenwald zum 60sten Mal jährten, wurde von der
Konejung Stiftung, dem Kreis Düren, der Gemeinde und dem Geschichtsverein
Hürtgenwald eine Veranstaltungsreihe zum Gedenken daran durchgeführt.
Bei der zentralen Feier enthüllte man eine Skulptur auf der Kallbrücke
bei der Mestrenger Mühle. Sie soll an das in dieser Zeit mehr als ungewöhnlich
menschliche Verhalten Dr. Stüttgens hinweisen. Er war Assistenzarzt
des 1056.Reg. der 89.Inf.Division. Er vereinbarte in eigener Verantwortung
mit den Amerikanern eine mehrstündige Waffenpause. Beide Seiten bargen
während dieser Kampfpause ihre Verwundeten, die im völlig unübersichtlichen
Kampfgebiet auf beiden Seiten hilferufend zurückgeblieben waren. Es
gab „Zeit zu heilen“. Diese Tat im Nov. 1944 gibt uns heute noch Mut zur
Hoffnung. Sie ist beispielhaft und auch ein Beispiel für ungenanntes
und ungezähltes Verhalten ähnlicher Art. Günther Stüttgen
lebte in Berlin und lehrte als Professor der Medizin an der Freien Universität
Berlin. Im Jahr 1996 wurden der 77jährige und der damals mitbeteiligte
amerikanische Arzt, Dr. Bedford Davis, in Harrisburg, Pennsylvania geehrt.
- Abb. Skulptur auf
der Kallbrücke – (15.3 ho, 27.4 re)
Die von der Konejung
Stiftung gestellte Skulptur wurde von dem Vettweißer Künstler
Michael Pohlmann aus Dolomit gefertigt. Er selbst deutet die runde Scheibe
als das „rauhe Umfeld“, in dem die „humane Begegnung“ (die glatt polierte
Verschlingung in der Mitte) stattfand.
Tafel zur Skulptur „A time for healing“ (an der Kallbrücke)
Von Anfang an war
es ausgemacht, dass die Skulptur auf der Kallbrücke nicht ohne Erklärung
für die vorbeikommenden Betrachter bleiben konnte. Im September 2005
wurde dementsprechend die Tafel mit ausführlichem Text in deutscher
und englischer Sprache aufgestellt.
- Abb.
Tafel zur Skulptur A time for healing – (15.3 ho, 27.4 re)
An der Außenwand
etwas rechts vom Eingang der Mestrenger Mühle ist eine Tafel angebracht,
die an den noch vor Kriegsende, am 5. April 1945, „durch Minen“ tödlich
verunglückten Peter Dohr erinnert. Er war am 29. Nov. 1898 geboren
und damals Eigentümer der Mühle. Am 18. Okt. 1944 verließ
er mit seiner Familie die Mühle, weil die Front zu nahe kam. Um nach
dem Rechten zu sehen, kehrte er schon vor Kriegsende mit seiner Frau zurück.
Dabei explodierte eine Mine zwischen der Scheune und dem Mühlenhaus.
Seine Frau blieb bei ihm bis er starb. Sie ging dann nach Vossenack, wo
sie bei Bekannten für die Nacht unterkam. Erst nach 2 Wochen konnte
die Leiche von Peter Dohr geborgen und in Niederzier beerdigt werden.
- Abb. Tafel für
Peter Dohr – (15.3 ho, 27.3 re)
Die jetzt vorhandene
Tafel ist als Ersatz für die bis nach dem Brand der Mühle in den
80er Jahren dort vorhandene Gedenktafel angebracht worden. Diese wurde wahrscheinlich
gestohlen. Auf ihr waren noch zwei weitere Namen vermerkt, die im Bereich
der Mühle tödlich verunglückt sind.
Im Blumengarten der
Mühle, dort wo heute der Parkplatz ist, wurde am 29. Juni 1945 der
damals 27 Jahre alte Severin Lennartz aus Kommerscheidt ebenfalls durch
eine Minenexplosion getötet. Er war erst sechs Wochen vorher aus der
Gefangenschaft zurückgekommen. Sein Bruder Rudi war dabei. Er erinnert
sich, dass sie Tage vorher ca. 1100 Holzkastenminen von ihrem nahe der Mühle
gelegenen Grundstück geräumt hatten. Weiter, dass sie mit mehr
als 10 jungen Männern am Sonntag der Schmidter Kirmes einen Spaziergang
zur Mestreng machten. Severin wollte aus dem Blumengarten eine Rose pflücken.
Dabei löste er den Stolperdraht einer Mine aus. Er war schwerst kopfverletzt,
alle anderen blieben unverletzt. Sie konnten Severin aber nicht mehr helfen.
Im Hofbereich der Mühle
wurde einige Zeit danach, noch im Jahr 1945 oder im Frühjahr 1946,
auch noch der Pächter Herbert Huth, der keine 30 Jahre alt geworden
ist, durch eine Explosion von Sprengmunition getötet. Familienangehörige
geben an, dass er beim Aufräumen des Mühlengeländes war. Dabei
hantierte er an einer schweren Kiste voll Sprengstoff und dergleichen. Dabei
muß wohl irgend etwas passiert sein, was die äußerst heftige
Explosion auslöste. Durch sie wurden noch am weiter weg stehenden Gebäude
große Schäden angerichtet. Von Herbert Huth fand man nur noch
kleinste Überreste, anhand deren man ihn identifizieren konnte.
Gedenktafel für
Lt.Lengfeld (Ehrenfriedhof
Hürtgen)
Die amerikanischen
Veteranen der 4. US.Inf.Div. brachten diese Tafel zur Erinnerung an die selbstlose
Tat des Leutnants Lengfeld am 7. Okt. 1994 hier an. An der Feierstunde nahmen
viele deutsche und amerikanische Kriegsveteranen, Vertreter des Kreises
Düren, der Gemeinde Hürtgenwald, hiesige Einwohner und Menschen
aus der Heimat des Friedrich Lengfeld, *29.09.21 in Grunwald, Kreis Glatz
in Oberschlesien, teil. Die Tafel wurde gesegnet und anschließend
feierte man einen Gottesdienst in der Franziskanerkirche Vossenack.
Leutnant Lengfeld war
an verschiedenen Kriegeinsätzen in Russland mehrfach verwundet und
ausgezeichnet worden.
- Abb. Gedenktafel
für Leutnant Lengfeld – (18.9 ho, 25.4 re)
Leutnant Lengfeld
und seine Kameraden der 2. Kompanie des Füsilierbatallions der 275.Inf.Division
hörten im dicht verminten Niemandsland zwischen den Linien im Gebiet
der sogenannten „Wilden Sau“ am 12. Nov. 1944 längere Zeit die vergeblichen
Hilferufe eines verwundeten GI`s. Der Leutnant machte sich an der Spitze
einiger seiner Männer auf, um diesem zu helfen. Dabei wurde er durch
eine Mine tödlich verletzt. Seine Kameraden konnten ihn zwar noch bergen
und zum Verbandsplatz in der Lukasmühle bringen, aber er starb an seinen
Verletzungen noch am gleichen Tag. Im Grab Nr. 36 des Rölsdorfer Friedhofs
ist er beerdigt.
Gedenktafel am Klafterbachtalweg in Simonskall
Kallaufwärts
von Simonskall geht ein Weg über eine Brücke ins Klafterbachtal
in Richtung Buhlert. Gleich anfangs steht bergseits links dieses Weges eine
Tafel, in die eine Inschrift eingemeißelt ist:
VERWEILT
WANDERER
BETET FÜR DIE
68 000
GEFALLENEN SOLDATEN
DES
HÜRTGENWALDES
1944 - 45
Die Aufforderung, für die Gefallenen zu beten, meint damit, ihnen zu gedenken. Sie will ebenso mahnen, den Frieden zu erhalten. Viele Wanderer werden dies dort tun. Die weit zu hoch angegebene Anzahl der Gefallenen auf dem Stein ist dabei nicht von Bedeutung. Ein Gebet wird unser Herrgott schon annehmen. Die Wanderer werden nachdenklich werden. Damit ist das Anliegen des im Augenblick nicht mehr bekannten Errichters dieser Mahntafel erfüllt
- Abb. Tafel im
Klafterbachtal – (13.8 ho, 24.5 re)
Die Tafel steht schon
45, wenn nicht 50 Jahre dort. Das sagen zuverlässige Leute, die sich
daran erinnern können. Bis vor einigen Jahren stand oberhalb der Tafel
in einer spitzbogig ausgekehlten Nische eines Steines eine kleine Madonnenfigur.
Seit einiger Zeit hat jemand an ihrer Stelle ein kleines leuchtend blau glasiertes
Keramikkreuz hineingestellt. Darauf ist Christus hinter einem gedeckten Tisch
zu erkennen. Rechts und links von ihm sieht man jeweils eine männliche
Figur. Beim Abendmahl waren die zwölf Apostel, die mit ihm am Tisch
waren. Vielleicht sind bei dieser Darstellung die Emmausjünger gemeint,
die waren zu zweit mit ihm beim Mahl.
Splitterkreuz (in Vossenack rechts
am Mestrenger Weg)
Hier steht das im
Zusammenhang mit den Ereignissen des 2. Weltkrieges in Hürtgenwald errichtete
Kreuz. Hier, an seinem Standort, beginnt der so genannte Kalltrail. Der Begriff
stammt von den Amerikanern und wurde von ihnen übernommen. Von dort
aus starteten die Soldaten des 112. US Inf.Reg. der 28. Inf.Div am 3. 11.
44 ihren verhängnisvollen und erfolglosen Angriff durch das Kalltal
nach Kommerscheidt und Schmidt.
- Abb. Splitterkreuz
– (16.6 ho, 26.5 re)
Das Kreuz wurde im
Sommer des Jahres 2005 von Einwohnern Vossenacks erstellt und am 2. 11. 2005
gesegnet. Es ist ganz aus Granatsplittern gefertigt worden.
"Der Gefallene" in der Marienkapelle in Simonskall
Ganz kurz vor dem Fertigwerden
dieser Zusammenstellung wurde in der Kapelle in Simonskall „Der Gefallene“
aufgestellt. Es ist eine Arbeit von Pater Laurentius Englisch, OFM. Sie wurde
von dem Angehörigen des Fördervereins Windhunde mahnen zum Frieden,
Prof. Horst Schuh aus Euskirchen als Leihgabe gestiftet. Sie gehört
der Franziskusstiftung, dem Jugendwerk der Kölnischen Provinz der Franziskaner.
Das Mahnmal ist den Gefallenen aller Nationen gewidmet.
- Abb. Der Gefallene
– (14.6 ho, 24.9 re)
Pater Laurentius erklärt
auf einer Tafel die Bedeutung des Kunstwerkes. Er sagt dort u. a.: „Die
Toten von 1939 – 45 sind nicht für Gott und Vaterland gefallen. Weder
Gott noch das Vaterland bedarf solcher sinnlosen Opfer.“ Weiter schreibt
er: „Wenn das Bild des Gefallenen hier an heiliger
Stätte aufgerichtet ist, soll es Fürbitte und Abbitte für
getanes Unrecht sein.“
Bildstock „UNSERE LIEBE FRAU VOM HAU“
In Kleinhau, gleich
rechts wenn man in die Straße „In der Kaule“ einbiegt, auf dem gemeindeeigenen
von einer niedrigen Weißdornheck umgebenden Grundstück, welches
jetzt auch „Marienplatz“ genannt wird, steht ein erst im Sommer 2006 errichteter
Bildstock „UNSERE LIEBE FRAU VOM HAU“. Auch er erinnert an die Verwüstungen
in den letzten Monaten des Jahres 1944. Dabei wurde die Marienkapelle, die
sicher schon vor dem Jahr 1850 auf diesem Platz stand, dem Erboden gleich
gemacht. Im Jahr 2005 wurden die bis dahin nicht mehr sichtbaren Fundamente
gesucht, freigelegt und über das Bodenniveau aufgemauert.
- Abb. Bildstock
U.l.F.v.H - (21.3 ho, 27.95 re)
Anstatt wieder eine
Kapelle aufzubauen, errichtete man einen Bildstock, der den „Schöpflöffeln“
im Mayener Land nachempfunden ist. Den Stil
des Löffels bilden drei Kreuze, die auf dem Hürtgener Soldatenfriedhof
ausgewechselt wurden. Sie weisen auf die Kriegsereignisse auch an dieser
Stelle hin. Den eigentlichen Löffel bildet
ein aus Sandsteinen zusammen gesetztes nach hinten offenes Heiligenhäuschen.
In ihm steht die von Pater Laurentius geschaffene Plastik der Gottesmutter.
Es ist eine Doppelfigur deren Rückansicht den Engel der Verkündigung
darstellt, dieser verkündet die Frohbotschaft und den Frieden.
Eine mit dem Bild
des „Schweißtuchs der Veronika“ geätzte Kupferplatte unterstreicht
die Kreuzform des Sockels. Auf dessen Rückseite ist ebenfalls auf einer
Platte ein Beziehungsspruch zum Engel von der Nachbarin Anita Braun angebracht.
Manchmal brennt im
Heiligenhäuschen ein Licht. Die Pfarre überlegt, wie man das neugeschaffene
Heiligenbild so wie die Vorgängerkapelle in das Pfarrleben einbeziehen
kann. Bald wird auch eine Bank unter der prächtigen Linde zum Sichtreffen
und Zusammensein einladen.

- Abb. Gedenktafel in Gey (23.8 ho, 29.7 re)-
Resümee:
Der Vollständigkeit
wegen könnte man noch die Denkmale für die Kriegstoten nennen,
die in fast allen Ortsteilen zu finden sind. Manchmal stehen sie auf den
Gemeindefriedhöfen.
Bei all dem hier Erwähnten,
an das durch ein sichtbares dauerhaftes Zeichen erinnert wird, sollten wir
nicht vergessen, dass für die meisten Todesopfer der Zivilbevölkerung
und die Unglücksfälle, wobei die Opfer zwar überlebten, aber
einen Körperschaden durch ihre Verletzungen behielten, nichts errichtet
wurde. Diese Fälle können nur durch mündliche Überlieferung
in Erinnerung gehalten werden.
Wenn wir nicht den
Frieden in uns selbst finden, ihn nicht in unserer nächsten Umgebung,
der Familie, der Schule, der Arbeits- und Freizeitwelt pflegen, wenn wir
nicht in und zwischen den Wohnorten Frieden halten, so wird das Ziel, welches
die außerordentlich vielen Mahn- und Gedenkmale setzen, nicht erreicht
werden. Dann wird es vielleicht nur beim Gedenken bleiben und das Mahnen
verhallt ohne Erfolg.
Wir sollten statt des
Wortes „Kampf“, das wir oft ohne nachzudenken benutzen, im politischen und
sportlichen z. B. durch „Wettbewerb“ ersetzen. Zu unserer „Kampferfahrung“
passt nicht „Wahlkampf“ und passt nicht „Wettkampf“. Auch „Arbeitskampf“
ist nicht das passende Wort für die Bemühungen um gerechte Bewertung
der Arbeit, wenn wir an die hier stattgefundenen Kämpfe denken.
Respekt vor dem Fremden
und Anderen, vielleicht auch Toleranz, wenn sie zum Überdenken und
nicht zur Aufgabe von Selbstachtung, der eigenen Werte und eigener Meinung
führt, sollte uns leiten. Wir sollten versöhnungsbereit sein,
Gemeinsames betonen und Unterschiedliches überbrücken. Dann haben
wir die Mahnungen richtig verstanden, denen wir überall bei uns begegnen.
Eine Bitte habe ich
an die Leser dieser Zusammenstellung. Es wäre schön, wenn ein
etwa hier vergessenes Mahnmal mir noch bekannt gemacht würde, damit
eine eventuelle Ergänzung möglich wird. Das gilt auch für
fehlerhafte oder ungenügende Beschreibungen.